Belchenflue

Die Belchenflue liegt auf der höchsten Kette des Baselbieter Juras und gilt als sein bekanntester Gipfel. Bei gutem, klarem Wetter bietet der Belchen nach Norden eine einmalige Aussicht über den Faltenjura bis auf die Vogesen und den Schwarzwald sowie nach Süden auf das Mittelland und die Alpen. Im Herbst und Winter trennt der Gebirgszug das nebelgefüllte Mittelland vom sonnenverwöhnten Jura.



Die Belchenflue - ein beliebtes Ausflugsziel

Die Belchenflue ist ein markanter Berggipfel des Schweizer Juras. Zur Unterscheidung der gleichnamigen Berge in Deutschland und Frankreich wird er auch Bölchen oder Schweizer Belchen genannt. Die Belchenflue erreicht eine Höhe von 1099 m ü.M. und liegt an der Grenze der Kantone Basel-Landschaft und Solothurn. Der Gipfel gehört zum Gemeindegebiet von Eptingen und ist eines der beliebtesten Ausflugziele im Kanton Basel-Land. Der Abschnitt des östlichen Juras, zu dem die Belchenflue gehört, ist geologisch sehr kompliziert aufgebaut. Die während der Jurazeit in einem tropischen Flachmeer abgelagerten Kalk-und Mergelschichten wurden bei der Faltung des Juragebirges im späten Miozän und Pliozän stark zusammengepresst, übereinander geschoben, steil gestellt und teilweise in Schuppen zerlegt. Die Gipfelregion besteht aus hartem, oolithischem Kalkstein.

Felsgipfel in der Jurahauptkette

Die Belchenflue gehört zur Jurahauptkette zwischen der Nordwestschweiz und dem Mittelland und ist gleichzeitig Wasserscheide zwischen der Aare im Süden und der Ergolz im Norden. Im Norden der Belchenflue öffnet sich der Talkessel von Eptingen. Hier fällt die 80 Meter hohe Felswand steil ab. Im Süden liegen mehrere parallele Kämme mit dazwischen liegenden Talmulden und Ausräumungskesseln, dahinter fällt das Gebirge steil zum Schweizer Mittelland hin ab. Im Osten schliesst die Kette über die Challhöchi und den Ifleterberg zum Passübergang des Unteren Hauensteins an. Westlich liegen auf dem Hauptkamm der Dürstelberg und der Obere Hauenstein bei Langenbruck.

Weitsicht in alle Richtungen

Von der Belchenflue hat man eine beeindruckende Sicht Richtung Norden, Osten und Süden. In Richtung Westen wird die Aussicht einzig durch den etwas höheren und bewaldeten Gipfel Ruchen (1123 m ü.M.) zum Teil verdeckt. Auf der Ost- und Westseite sind die hohen Gipfel der Hauptkette zu erkennen. Nach Süden blickt man über die zum Mittelland abfallenden, bewaldeten Ketten. Dahinter erhebt sich – oft über einer Dunstschicht – das Panorama des schneebedeckten Alpenkranzes. In Richtung Norden sieht man im Vordergrund den Tafeljura mit seinen deutlich tiefer gelegenen Ebenen und Erhebungen. Bei guten Sichtverhältnissen zeigen sich in der Ferne die Gipfel des Schwarzwalds und der Vogesen.

Hart und weich im Wechsel

Gut erkennbar sind die Nutzungsmuster der Juralandschaft im Bereich der durch die Gebirgsfaltung steil aufgestellten Gesteinsschichten. In der Regel stockt auf den harten Kalkfelsen Wald. In diesen Gipfel- und Kretenlagen sind die Böden sehr flachgründig und die Buche bleibt hier meist kleinwüchsig. Die weichen, mergeligen Schichten hingegen wurden durch Verwitterung rascher abgetragen und bilden sanfte Mulden, die aus der Ferne wie aufgespannt zwischen den harten Kalkrippen erscheinen. Hier befinden sich tiefgründige Böden, die als Weiden, Wiesland oder in tieferen Lagen als Ackerland genutzt werden.

Stützpunkt im erstem Weltkrieg

Im ersten Weltkrieg war die Belchenflue wegen der guten Übersicht über die Passübergänge des Juras ein wichtiger Stützpunkt des Festungssystems, das den Eisenbahnknoten und den Aareübergang in Olten schützen sollte. Ihr verdanken wir die heutige breite Fahrstrasse, die bis zum Aufstieg auf den Gipfelfelsen führt. Ein weiterer Teil dieser Anlage ist das so genannte «Panzertürmli», ein Fliegerbeobachtungsbunker auf der Lauchflue. Auch die heutige Aussichtsplattform entstand im ersten Weltkrieg. Sie wurde um 1915 zurecht gesprengt, um sie als Scheinwerferstellung und Beobachtungsposten zu nutzen.

Vielleicht hat der Belchen bereits in vorgeschichtlicher Zeit eine Bedeutung als Aussichtpunkt und Kultstätte gehabt. Zusammen mit dem Ballon d’Alsace und dem deutschen Belchen. Vom elsässischen Gipfel aus betrachtet geht die Sonne bei der Wintersonnwende über dem schweizerischen Belchen auf. Die Verbindungslinie zwischen den elsässischen und deutschen Gipfeln zeigt die Richtung des Sonnenaufgangs bei der Tag- und Nachtgleiche.

DK / AH

Karten

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Weiterführende Links

Literatur

  • Lüthi Roland: Natur im Baselbiet, Der Kanton im Überblick: Teil A Unterbaselbiet und Laufental. Liestal, 2007