Hornfelsen

Der Hornfelsen ist ein beliebtes Ausflugsziel mit einem ganz ungewohnten Ausblick. Der markante Kalkberg liegt fünf Kilometer östlich von Basel und gehört zur Ortschaft Grenzach-Wyhlen. Der Aussichtspunkt gibt den Blick frei auf den untenliegenden Rebberg, das Hochrheintal mit den Hafenanlagen am Schweizer Ufer, auf Basel, das Bruderholz, den Kettenjura sowie das Sundgauer Hügelland.



Markante Felsfluh

Zwischen Basel und Riehen erhebt sich der Rücken des Dinkelbergs mit dem Hornfelsen zuvorderst. Der Felsen besteht aus Muschelkalk und wurde in früherer Zeit als Kalksteinbruch genutzt. Der unter der Felswand liegende Rebberg war lange Zeit verbuscht. Eine initiative Gruppe von Grenzacherinnen und Grenzachern hat jedoch den Weinanbau wieder aufgenommen. Ehemals befand sich dort eine Wehranlage, von der jedoch nur noch etwa 75 Meter Wallreste und Reste eines Grabens erhalten sind. Der Hornfelsen ist ein rund 43 Hektar umfassendes Schutzgebiet, in dem seit 1982 kein Holz mehr genutzt wird.

Grandiose Aussicht

Die Sicht vom 352 Meter hohen Hornfelsen bietet ein beeindruckendes Panorama. Mit Blick Richtung Süden kann man im Vordergrund den aufgestauten Rhein mit den Schweizer Hafenanlagen und dem Kraftwerk Birsfelden sehen. Dahinter liegt die Agglomeration Basel mit Birsfelden, Münchenstein sowie dem Grossbasel. Noch weiter nach Westen erhebt sich hinter dem rechtsrheinischen Kleinbasel die Basler Altstadt mit den Münstertürmen. Richtung Südosten erkennt man im Vordergrund die Gemeinde Grenzach-Wyhlen mit ihren Industrieanlagen und auf der Schweizer Rheinseite die Gemeinde Muttenz und den nördlichen Abschluss des Gempenplateaus.

Talöffnung nach Norden

Dem Rhein von Osten nach Westen folgend, wird das relativ enge Hochrheintal plötzlich aufgeweitet. Der Hornfelsen befindet sich am Rand des Oberrheinischen Grabenbruchs, der sich im Süden noch bis ins untere Birstal erstreckt. Dessen Westgrenze verläuft an den Vorbergen der Vogesen, die bei guter Witterung hinter Basel und seiner Elsässer Agglomeration sichtbar werden. Im Südwesten ist das Bruderholz erkennbar mit zuvorderst dem als Reservoir genutzten Wasserturm und dem Kantonsspital in Binningen. Diese Erhebung ist von Löss bedeckt, feinsten Mineralpartikeln, die während der Eiszeiten vom Wind hierher verfrachtet wurden. Es handelt sich um den östlichsten Teil des Sundgauer Hügellands.

Tafeljura und Kettenjura

Im Osten hinter den Industrie- und Hafenanlagen erhebt sich in nächster Nähe der bewaldete Tafeljura. Seinen Namen hat der Gebirgszug von den mehr oder weniger flachen Hochebenen erhalten, die allerdings vom Hornfelsen aus nicht sichtbar sind. Im Gegensatz zum aufgefalteten Kettenjura liegen hier die abgelagerten Schichten aus dem Erdmittelalter mehr oder weniger waagrecht übereinander. Auf der Hochebene des Gempenplateaus thronen einige Dörfer weit über den dichten Siedlungen der Talsohle. Trotz der schönen Lage sind die Dörfer auf der Hochebene vergleichsweise klein und beschaulich geblieben.

Blauenkamm

Im Kettenjura sind die abwechselnd aus Kalk und Mergel bestehenden Schichten durch den Druck in der Erdkruste aufgefaltet worden. Der Blauen, der Höhen bis über 800 Meter erreicht, ist der nördlichste Ausläufer der Juraketten und erhebt sich im Südwesten über dem Bruderholzrücken.

DK

Karten

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Weiterführende Links

Literatur

  • Bitterli-Brunner Peter: Geologischer Führer der Region Basel. Birkhäuser Verlag, Basel, 1987.
  • Mahro Annette: 2000 Jahre Basler Geschichte. Grenzach. Vom römischen Hof zum Industriestandort. Basler Zeitung, Basel. 18. Juli. 2008.
  • Regierungspräsidium Freiburg, IFÖ & WWL (Hrsg.): Managementplan für das FFH-Gebiet 8411-341 «Wälder bei Wyhlen» und das Vogelschutzgebiet 8311-441 «Tüllinger Berg und Gleusen» - Teilgebiet «Gleusen», 2012 (download: http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de /servlet/is/223322/8411341_map_text.pdf?command=downloadContent&filename=8411341_map_text.pdf, Regierungspräsidium Freiburg, 27.06.2013)