Biel-Benken

Biel und Benken blieben bis Mitte des 20. Jh. zwei ländliche Rebdörfer. Dann folgte auf dem Südhang, mit Schwergewicht in Biel, ein starkes Siedlungswachstum mit Einfamilienhäusern. Heute ist Biel-Benken eine typische Pendlergemeinde.



Trennung und Fusion

Biel und Benken bildeten nach der Übernahme durch die Stadt Basel 1526 eine verwaltungsmässige Einheit. 1833 wurden im Rahmen der Kantonstrennung die beiden Gemeinden dem Kanton Basel-Landschaft zugeordnet, wobei sie politisch getrennt wurden. 1972 fusionierten die beiden Gemeinden. Sie sind bis heute die einzigen Gemeinden im Kanton geblieben, welche fusioniert haben.

Die Flur anfangs 19. Jh.

Auf dem Wenkschen Plan von 1826 sind die Nutzungszonen im Rahmen der Dreizelgenwirtschaft dokumentiert. Die Flur von Biel-Benken ist in etwa vier West-Ost-verlaufende Zonen gegliedert. Auf der Anhöhe befinden sich die Waldgebiete sowie eine Landwirtschaftszelge (auf dem Berg, heute Breitenacker, Section C). Am gesamten Südhang wird Rebbau betrieben.

Am Hangfuss im Bereich des Birsigs findet man die Wässermatten wie Mühlematten, Steymatten, Kill Matten (Talmatten), Stöckmatten, Löhlimatten. Beachtenswert sind die kleinen Kanäle in den Mühlematten und den Thalmatten, die zur Bewässerung der Matten angelegt wurden. Auf den südlichen Lösshügeln (Section B) wird Ackerbau betrieben.

Schloss, Mühle und Mühleteich

Eine erste Mühle und der zugehörige Teich wurden wahrscheinlich schon zu Beginn des 13. Jh. errichtet, gleichzeitig mit dem Bau des Weiherschlosses. Um 1615 wurde vom Besitzer des Schlosses die Mühle neu gebaut. Während das Wasserschloss 1780 abgebrochen und der Schlossgraben aufgefüllt wurden, blieb die Mühle erhalten.

Während des Zweiten Weltkrieges ist durch die deutsche Besatzungsmacht der Abfluss des Teiches aus dem Birsig, welcher auf französischem Gebiet liegt, zugeschüttet worden. Der trockene Teichgraben verlandete rasch und wurde überwachsen. 1971 wurde der Mühleteich ausgehoben und vertieft und der zugeschüttete Zufluss aus dem Birsig wieder geöffnet. Östlich der Mühle wurde 1896 eine Säge erbaut, die bis 1970 in Betrieb war.

Rebbau spielte wichtige Rolle

Um die Mitte des 18. Jh. war der Rebbau mit rund 4 500 Aren der Haupterwerb der Bauern. Schon im 19. Jh. schrumpfte die Rebfläche auf beinahe die Hälfte. Im 20. Jh. kam dann der grosse Einbruch und bereits um 1930 verblieben nur noch rund 200 Aren Rebland. Als Ersatzprodukt wurden Johannisbeeren für «Trübeliwy» angebaut. Heute werden wiederum 429 Aren bewirtschaftet, womit Biel-Benken die grösste Rebbaugemeinde im Leimental ist.

Bäuerliches Dorf Biel

Im Plan des Basler Geometers Georg Friedrich Meyer von 1678 reihen sich in der Gemeinde Biel beidseits der Hauptstrasse giebel- und traufständige Bauernhäuser auf. Auf dem Wenkschen Plan von 1826 beschränkte sich das Strassendorf Biel immer noch auf Bauten beidseits der Hauptstrasse. Ein kleine Ausweitung erfolgte beidseits der Schulgasse und südlich der Strehlgasse. Einzelne Bauten verteilten sich längs der Therwilerstrasse.

Bäuerliches Dorf Benken

Für Benken charakteristisch sind die giebelständigen Häuser auf der Ostseite der Kirchgasse. Die markanten Sichtfachwerkhäuser repräsentieren das sundgauische Gehöft einer älteren Siedlungsperiode. Die traufständigen Steinhäuser der Westseite dagegen gehen auf den Einfluss der Stadt Basel zurück und entstanden etwas später. Heute sind nur noch wenige Sichtfachwerkbauten in Benken vorhanden.

Der Wenksche Plan von 1826 zeigt eine lockere Bebauung vom Schlössli bis zur Kirchgasse und eine neue Strassenzeile entlang der Bachgasse. Auf der Landeskarte von 1955 ist immer noch etwa das gleiche Siedlungsbild erkennbar.

Die beiden traditionellen Rebbauerndörfer bewahrten mangels Industrie und Trambahnanschluss bis in die 1960er-Jahre hinein ihren bäuerlichen Charakter. Ein Anschluss an den öffentlichen Verkehr entstand 1932 mit der Eröffnung der Buslinie Oberwil – Biel – Benken.

Pendlergemeinde – Siedlungsentwicklung ab 1950

Ab etwa der 1960er-Jahre begann eine starke Siedlungsausdehnung. Zuerst erfolgte das Wachstum im obersten Teil des Rebberges. Mit der Zeit dehnte sich die Einfamilienhaussiedlung vor allem im Bereich von Biel und in Richtung Oberwil aus. Sowohl Biel als auch Benken wurden zur bevorzugten Wohngemeinde für Wegpendler, die 2011 über 80 % der Erwerbstätigen ausmachten.

Seit den 1980er-Jahren wuchsen die Siedlungen Biel und Benken zusammen. Heute ist das Hanggebiet von Biel-Benken östlich der Benkenstrasse beinahe völlig überbaut. Auch heute besitzt Biel-Benken keinen direkten Tramanschluss. Die Buslinie 60 Biel-Benken–Bottmingen–Muttenz–Schweizerhalle wurde 2001 eröfffnet.

HPM

Karten

Luftbilder

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Weiterführende Links

Literatur

  • Zihlmann Viktor: Biel-Benken, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 1993.

Tabellen und Diagramme

Zusammenschluss von Biel und Benken am 1. Januar 1972
Quellen: Bundesamt für Statistik 1850–2000 eidg. Volkszählung, Statistisches Amt Kanton Basel-Landschaft ab 2001 Fortschreibung

Quellen: Statistisches Amt Kanton Basel-Landschaft