Klybeckinsel

Die Klybeckinsel war während des Mittelalters ein unbebautes und von Gehölzen bestandenes Weideland. Im Zuge der Industrialisierung wurde der trennende Rheinarm aufgeschüttet. Rund 100 Jahre dominierten Hafenanlagen und Industriegebäude. Heute ist die Klybeckinsel eines der wichtigen Stadtentwicklungsbiete Basels, in dem ein neues Quartier mit Wohn- und Arbeitsnutzung entstehen soll. Bis dies so weit ist, werden Zwischennutzungen das Gebiet beleben.



Vom unbebauten Weideland zum Industriehafen

Bis 1870 wurde die Fläche zwischen Basel-Stadt und dem Fischerdorf Kleinhüningen hauptsächlich als Weideland genutzt. Heute erinnert nur noch der Name Inselstrasse an das einstige Eiland, das über einen Steg betreten werden konnte. Die Insel erstreckte sich über mehrere hundert Meter entlang dem Rheinufer. Sie war durch den Altrhein, einen früheren Seitenarm des Rheins, vom Festland getrennt. Im späten 19. Jh. wurde der Altrhein im Volksmund auch «Suezkanal» genannt. Nördlich der Wiesemündung, an der Grenze zu Weil am Rhein, existierte bis zum Bau des Rheinhafens eine weitere Insel, die Schusterinsel.

Klybeck im Mittelalter

Klybeck wird als Ortsbezeichnung erstmals 1283 urkundlich erwähnt: «by Kluben im grien». Seinen Namen verdankt das Klybeck vermutlich einem Gutsherrn namens «Klüb», der ausserhalb der Stadtmauer ein Weiherschloss errichten liess. Die Endung «-eck» deutet auf ein Schloss hin. Vor der Schleifung der Stadtmauern wurde der Name Klybeck für das ganze Gebiet zwischen Schloss und Stadtmauer verwendet. Es wurde als Acker-, Matt-, Wies- und Rebland genutzt.

Schloss mit Mühlen

Im 14. Jh. existierte im Klybeck bereits eine Mühle mit Mühlebach, die «Kluben Mülin», und spätestens 1410 wurde eine Sägemühle erbaut. Die Anlage wurde später mit Gartenanlagen und Wassergraben ausgebaut und ist 1492 erstmals als Schloss Klybeck beschrieben. Zum Schloss gehörten neben einem Landwirtschaftsgut mit Mühle und Säge auch eine Papiermühle und eine Weintrotte. Das Wasser für die Mühlen brachte der Klybeckteich. Seinen Ursprung hatte er in der «Jungbrunnenquelle», einem früheren Grundwasseraustritt beim heutigen Sportplatz Schoren. Karten aus dem 18. Jh. zeigen, dass das Wasser für die Klybeckmühle später aus einem Seitenarm der Wiese abgeleitet wurde. Er mündete vor der Klybeckinsel in den Altrhein. Beim Bau des Güterbahnhofs der Deutschen Bahn und eines Strassenbahndepots im Jahr 1896 wurde der Klybeckteich aufgefüllt.

Vom Eiland zum Hafen

Zwischen 1880 und 1895 wurde der Rheinarm zugeschüttet und die Klybeckinsel wurde Teil des Festlandes. Mit dem Hafenbau 1924–1926 wurden auf der Klybeckinsel Rangiergeleise für die Hafenbahn, Tanklager und Gebäude der im Hafengebiet tätigen Firmen errichtet. Auf der einstigen Insel im Überschwemmungsbereich des Rheins entstand der Hafenbahnhof, wo die beladenen Güterwagen zu Zügen zusammengestellt wurden.

Pulsierendes Zentrum «3Land»

Wo heute noch Gleise sowie Hafen- und Industriegebäude dominieren, soll dereinst ein Entwicklungsprojekt von Basel, Huningue und Weil am Rhein umgesetzt werden. Im künftigen «3Land» sollen Wohn- und Geschäftsnutzungen ihren Platz finden und dem Stadtleben am Dreiländereck neue Impulse verleihen. Bevor dies jedoch so weit ist, dient der Klybeckquai verschiedenen Zwischennutzungen. Einem Aufruf des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt, des Präsidialdepartements und der Schweizerischen Rheinhäfen folgend, etablierten sich bis zur weiteren Planung verschiedene Kultur- und Gastronomieprojekte auf Zeit.

DK / AY

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Karten

Weiterführende Links

Literatur

  • Huck Hansjörg: Vor dem einstigen Sankt Bläsy-Thor: Flurnamen und Ortsbezeichnungen auf dem Klybeckfeld. Unveröffentlichtes Manuskript, Basel 2006.
  • Roth Carl: Schloss Klybeck. In: Basler Jahrbuch 1911, Verlag von Helbing & Lichtenhahn, Basel 1910, S. 138–142 und 151–154.