Chaltbrunnental

Das Seitental der Birs erstreckt sich zwischen dem Chessiloch westlich von Grellingen bis zur Meltinger Brücke. Entlang des Ibachs führt eine Wanderung über Brücken und Stege in die Natur des Chaltbrunnentals. Der Weg führt durch enge Schluchten und an kleinen Wasserfällen und hohen Felsen vorbei. Quellen, Farne und Moose geben dem feuchten Tal den Aspekt eines wilden Naturidylls. Das Chaltbrunnental ist ein Naturschutzreservat und ein beliebtes Naherholungsgebiet



Naturschutzgebiet Chaltbrunnental

An der Mündung des Ibachs in die Birs, am «Vier-Gemeinden-Eck» von Grellingen, Nenzlingen, Brislach und Himmelried, beginnt der Einstieg ins Chaltbrunnental. Das beliebte Naherholungsgebiet liegt 20 Kilometer südlich von Basel im Laufental. Wie es der Name schon verrät, ist das Klima im Tal kühl. Dies lockt vom Frühjahr bis Herbst, aber hauptsächlich an heissen Sommerwochenenden, zahlreiche Besucherinnen und Naturliebhaber zum Wandern, Picknicken und Spielen an.

Im Hauptbach und in den Quellen und Seitenbächen leben zahlreiche Moosarten, Wasserinsekten und Feuersalamander. Auch in den Wintermonaten lohnt sich ein Ausflug. Wenn die Bäume kahl sind, wird das Tal mit seinen geologischen und landschaftlichen Schätzen noch besser sichtbar.

Wildes Naturidyll

Ein mäandrierender Bach mit klarem, kaltem Wasser, bemooste Steine und Felsen und überwucherte Bäume verleihen dem Chaltbrunnental einen idyllischen Charakter. Seine Spalten, Höhlen und Balmen (Felsüberhänge) machen das Chaltbrunnental zu einem spannenden Gebiet. Vier prähistorische Höhlen und mehrere Karstquellen, die nach langen Regenperioden viel Wasser schütten, laden zu einer geheimnisvollen Entdeckungsreise ein. Im unteren Teil ist es als Kastental ausgeprägt und besitzt eindrückliche Felswände. Hier ist der Talboden relativ breit. Weiter oben, auf der Höhe von Breitenbach, wo der Ibach sehr harten Kalkstein durchbricht, wird das Tal jedoch klammartig eng.

Gebirgsvegetation

Die Vegetation in der feuchten Schlucht gedeiht besonders üppig, sodass die vielen Moose und Farne dem Tal auch im Winter ein grünes Aussehen verleihen. Hoch oben auf den Bäumen wächst der Tüpfelfarn mit seiner epiphytischen Lebensweise. Die schroffen Felsen sind teils dicht mit Moosen überwachsen, dazwischen wachsen unter anderem Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium), Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum), Moos-Nabelmiere (Moehringia muscosa) und Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina). Letztere kommt typischerweise an schattig-feuchten Felsen des Kettenjuras vor. Sie und der Glänzende Kerbel (Anthriscus nitida) werden bis in die Ebene herabgeschwemmt.

Feuchte Moospolster

Von den rund 70 Moosarten, die auch einen grossen Teil der Bodenvegetation des Chaltbrunnentals ausmachen, kommt das Schlucht-Sträuchlein (Thamnobryum alopecurum) am häufigsten vor. Das Gegenblättrige Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium), das Wechselblättrige Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium), die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale), der Bärlauch (Allium ursinum) und die Rote Lichtnelke (Silene dioica) sind standorttypische Bodenpflanzen. Das Gegenblättrige Milzkraut ist im Baselbieter Jura eine seltene Art, die jedoch im Chaltbrunnental massenhaft vorkommt. Weitere standorttypische Bodenpflanzen am Talboden sind der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und die Esche (Fraxinus excelsior).

Karstlehrpfad und Naturschutz

Die Mitglieder der Sektion Basel und die Arbeitsgemeinschaft für Speläologie (AGS) Liestal der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH) untersuchen seit Jahrzehnten das Karstgebiet im Laufental. Es entstand ein Themenpfad im Gebiet Chaltbrunnental-Brislachallmet, der den interessierten Personen auf dem Karstwanderweg die typischen Wasserwege in einem Kalkgebiet mit allen wichtigen Höhlen- und Karstphänomenen näher bringt.

Die verwunschene Natur im Chaltbrunnental liegt nur wenige Kilometer entfernt von der Stadt Basel. Seit 2005 ist das Tal durch Beschluss des Regierungsrates des Kantons Solothurn für die nächsten 50 Jahre als Waldreservat unter Schutz gestellt worden. Somit wird Holz nur noch in unmittelbarer Nähe des Wanderweges geschlagen, um die Sicherheit der Wandernden zu gewährleisten. Der übrige Waldbestand soll unberührt bleiben, sodass sich die magische Wildnis des Chaltbrunnentals uneingeschränkt entfalten kann. Die Wälder im Chaltbrunnental werden durch die Forstgruppe des «Forstreviers Dorneckberg Süd» gepflegt.

DK / AY

Karten

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Weiterführende Links

Literatur

  • Lüthi Roland: Natur im Baselbiet – Der Kanton im Überblick: Teil A Unterbaselbiet und Laufental, Exkursionsführer durch Naturschutzgebiete des Kanton Basel-Landschaft, Heft 9, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2007.
  • Schmidlin Adrian: Heimatkunde Grellingen, 1999.