Herzogenmatt Allschwiler Wald

Das Reservat Herzogenmatt hat sich zu einem der wertvollsten Amphibienlaichgebiete in der Region Basel entwickelt. Neben elf Lurcharten kommen zahlreiche Wasserinsekten wie Libellen und Wasserkäfer vor. Das Reservat ist eingebettet in ein Waldgebiet mit einmalig grossen Eichenbeständen. Mit einem Lenkungskonzept wird versucht, dem hohen Druck der Erholungssuchenden zu begegnen.



Naturschutzgebiet Herzogenmatt

In einer Lichtung des Allschwiler Walds liegt das zur Gemeinde Binningen gehörende Naturschutzgebiet Herzogenmatt. Noch bis 1962 stand auf dem heutigen Areal der Herzogenmatt ein Bauernhof. Nach dessen Aufgabe wurden auf dem Gelände 25 000 Kubikmeter Strassenaushubmaterial abgelagert und damit das Relief des ehemaligen Landwirtschaftslandes verändert. Später verwaldete das Areal immer stärker. Im Jahr 1978 wurde auf der rund drei Hektaren grossen Fläche ein Naturschutzgebiet angelegt.

Vielfältige Welt im Nass

In den untenliegenden Bereichen wurden Weiher angelegt und weiter oben Pionierlebensräume gefördert. Das so entstandene Reservat wurde 1999 als Amphibien-Laichgewässer von nationaler Bedeutung eingestuft. Heute beherbergt es elf der zwölf im Kanton Basel-Landschaft vorkommenden Amphibienarten. In den letzten Jahren entstand ein Vernetzungskonzept, mit welchem man die Herzogenmatt mit den übrigen regionalen Biotopen vernetzen möchte. Infolgedessen wurden in den letzten Jahren weitere Kleinweiher als Trittsteinbiotope angelegt.

Artenvielfalt im Wald

Der Allschwiler Wald liegt südwestlich der gleichnamigen Ortschaft und bedeckt eine Fläche von rund 200 Hektaren. Meist wird auch die kleine Fläche des Holeeholzes in der Gemeinde Binningen zum Allschwiler Wald gezählt. Der Lössuntergrund des Allschwiler Waldes weist einen hohen Nährstoffgehalt auf. Dieser bildet die Grundlage für die Entwicklung einer artenreichen Flora mit Baumarten wie Eiche, Buche und Waldkirsche.

Einmalige Eichenwälder

Während vieler Jahrhunderte wurde die Eiche im Allschwiler Wald, wie in anderen Wäldern der Region Basel, gezielt gefördert. Die Bewirtschaftung erfolgte als Mittelwald, um gleichzeitig Brenn- und Bauholz zu gewinnen. Als Folge dieser Bewirtschaftungsform entstanden Wälder mit einer besonders reichhaltigen Struktur. Mit seinem grossflächigen Eichenbestand ist der Allschwiler Wald einer der letzten grossen Eichen-Hagebuchenwälder der Nordwestschweiz. Die Eiche dient besonders vielen Tierarten als Lebensraum. Dazu gehört zum Beispiel der Mittelspecht, der aufgrund des Reichtums alter, grobborkiger Eichen den grössten Bestand in der Nordwestschweiz ausgebildet hat.

Weide und Schweinegarten

Lange Jahre wurde der Allschwiler Wald als Waldweide genutzt. Die Allschwiler und Binninger Landwirte trieben im Herbst ihre Schweine in den Wald, um diese mit Eicheln zu mästen. Die Eichenwälder spielten dementsprechend nicht nur für die Brenn- und Holzproduktion, sondern auch für die Schweinemast eine bedeutende Rolle. Durch die Beweidung entstanden offene Stellen auf dem Waldboden mit kleinräumigen Strukturen wie Pfützen, Hochstaudenfluren und Wiesenflächen. Dies ermöglichte die Entwicklung einer grossen Artenvielfalt.

Sorgfältige Bewirtschaftung

Der Allschwiler Wald ist aufgrund seines hohen Naturschutzwertes ein einzigartiges kulturhistorisches Erbe und wurde ins Inventar der geschützten Naturobjekte des Kantons Basel-Landschaft aufgenommen. In den letzten Jahren wurden verschiedene an den Wald angrenzende Lebensräume aufgewertet. Dazu gehören das Anlegen von Hecken, die Pflege von natürlichen Waldrändern, die Förderung von Brachstreifen und die extensive Bewirtschaftung von Wiesen.

Naherholungsraum

Heute ist der Allschwiler Wald ein wichtiges und vielbesuchtes Naherholungsgebiet für die Bevölkerung Basels und der angrenzenden Gemeinden. Dies hat in Bereichen nahe der Siedlung zu einer Übernutzung geführt. Der Unterwuchs ging stark zurück und die Krautvegetation verschwand an vielen Stellen vollständig. Im Natur- und Schutzkonzept von 2001 wurden deshalb Vorranggebiete für den Naturschutz und für die Naherholung ausgeschieden. Mit dieser Nutzungsentflechtung wird den Bedürfnissen der Naherholungssuchenden, der Forstwirtschaft und den Lebensraumansprüchen von Pflanzen und Tieren Rechnung getragen. Als Massnahmen zur Lebensraumverbesserung wurden gestufte Waldränder und Brachstreifen gefördert. Auf waldangrenzenden Flächen wurden Hecken angelegt und Wiesen extensiver bewirtschaftet.

DK / CE

Karten

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Weiterführende Links

Literatur

  • Baur Bruno et al.: Der Allschwiler Wald. Allschwiler Schriften. Zur Geschichte, Kultur und Wirtschaft Heft 11, (Hrsg.) Verkehrs- und Kulturverein Allschwil, Allschwil 1999.
  • Baur Bruno et al.: Freizeitaktivitäten im Baselbieter Wald, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2003.