Exkursion Obertüllingen

Rebbau im Schlipf – Obertüllingen – Gartenlandschaft

Die Route durchquert zuerst das Wiesental bei Riehen, wo früher Wässermatten lagen. Der mässig steile Anstieg führt durch das Rebbaugebiet im Schlipf. Der höchste Punkt der Exkursion ist bei der Ottilienkirche in Obertüllingen erreicht, wo sich ein Ausblick auf Weil am Rhein und die Langen Erlen auftut. Der Abstieg entlang der Westflanke des Tüllinger Berges führt zuerst durch Wiesen und Weideland, dann durch Reben und endet in einer kleinstrukturieren Gartenlandschaft.

Route
Riehen Dorf – Neuer Teich – Wiese – im Schlipf – Aussichtspunkt Obertüllingen – Kapf – Weilweg – Haltingen

Dauer
Ein halber Tag, Gehdistanz: 6 km

An- und Rückreise
Hinfahrt mit Tram Nr. 2/6 oder Bahn S6 nach Riehen Dorf (Fahrt Basel SBB – Riehen Dorf ca. 25 Minuten)
Rückfahrt von Haltingen Markgräfler Strasse mit Bus SWEG Nr. 55 nach Basel Claraplatz (Fahrt ca. 27 Minuten)

Höflinger, Obertüllingen, Schlipf mit Reben, vermutlich um 1910, Schwarzweiss-Fotografie.

Grundlagen

Material zum Mitnehmen
Landeskarte 1:25'000, Blatt 1047

Bilder
Bewässerungskanäle mit Schliessen in den Langen Erlen
Tüllinger Berg um 1750
Tüllinger Berg um 1910
Rebbau im Riehener Schlipf

Verlauf

  1. Ausgangspunkt der Exkursion ist der alte Dorfkern von Riehen.
  2. In den Langen Erlen überquert man den Neuen Teich, der bei Tumringen aus der Wiese abgeleitet und bei der Spittelmatte in den Riehenteich geleitet wird.
  3. Die Langen Erlen waren für die Bewässerung mit einem Kanalsystem durchzogen, Schliessen regelten die Wasserzufuhr zu den Matten. Von hier aus ist der Blick frei auf den Tüllinger Berg, wo der weitere Verlauf der Exkursion sein wird.
  4. Rebstockreihe dem Weg entlang mit über 50 Rebsorten. Die Rebe ist eine der ältesten Kulturpflanzen mit einer reichen Kulturgeschichte.
  5. Weit grossflächiger als im Riehener Schlipf ist der Rebbau auf der deutschen Seite am Ostabhang gegen Lörrach. Zu Beginn des 20. Jh. war der Rebbau auch im Riehener Schlipf viel intensiver.
  6. Auf ökologisch bewirtschafteten Rebflächen ist eine spezialisierte Rebbegleitflora zu erkennen. Eine besonderes schöne Art ist die Rebbergtulpe, die im April auffällig gelbe Blütentupfer setzt.
  7. Die Plattform bei der Ottilienkirche in Obertüllingen bietet einen weitschweifenden Ausblick über die Langen Erlen, das untere Wiesental sowie über Weil und Basel.
  8. Am Ortsausgang von Obertüllingen trifft man auf eine reich strukturierte Agrarlandschaft mit Wiesen, Weiden, kleinen Äckern, Baumgruppen und Einzelbäumen.
  9. Auch am Westabhang des Tüllinger Berges sind Reben anzutreffen. Es eröffnet sich ein schöner Ausblick in die Oberrheinische Tiefebene.
  10. Wir folgen den Reben hangabwärts und erreichen beim ersten asphaltierten Strässchen eine Obstgartenlandschaft. Es wachsen Apfelbäume, Birnbäume, Quitten sowie Walnussbäume. Versuche alle vier Baumarten zu finden.
  11. Am Fuss des Tüllinger Berges im Rheintal liegt die Stadt Weil am Rhein.
  12. In Familiengärten wird Landwirtschaft im Kleinen betrieben.
  13. Niederstammanlagen und intensive Beerenkulturen ergeben ein völlig anderes Landschaftsbild als die reich strukturierten Obstgärten.
  14. Im flacher werdenden Gelände der Rheinebene geht die Obstgartenlandschaft in Ackerflächen über.
  15. Die Nutzung des Pferdes wandelte sich vom landwirtschaftlichen Zugtier zum freizeitlichen Reittier.

BE

Interaktive Routenkarte

Swisstopo, Route Exkursion Obertüllingen, Landeskarte 1:25'000, 2012.