Exkursion Wenslingen

Kulturlandschaft – Tafeljuraplateau – Wässermatten

Die Exkursion führt uns vom Bauerndorf Rothenfluh durch eine Weide- und Obstbaumlandschaft mit nahezu traditioneller Prägung hinauf auf ein Plateau des Tafeljuras. Die Landwirtschaft wechselt mit dem Erreichen der Hochebene schlagartig zum Ackerbau, der eine offene Landschaft bildet. Nach dem Besuch des Plateaudorfes Wenslingen mit seinen Baumgärten steigen wir wieder in eine Tallandschaft ab und erreichen das Eital. Dort bilden die reaktivierten Wässermatten «Jhegi» des Pro Natura Projektes den Abschluss dieser Landwirtschaftsexkursion.

Route
Rothenfluh – Müliholden – Heid – Leimehof – Dorfwägli in Wenslingen – Boden – Eital – Wässermatten Jhegi – Giessen – Sagi Zeglingen

Dauer
Ein halber Tag, Gehdistanz: 6,5 km

An- und Rückreise
Hinfahrt mit S3-Bahn nach Gelterkinden und mit Postauto weiter nach Rothenfluh (Fahrt Basel–Rothenfluh ca. 40 Minuten)
Rückfahrt von Zeglingen Sagi mit Postauto nach Gelterkinden und weiter mit S3-Bahn (Fahrt Zeglingen–Basel ca. 45 Minuten)

Beat Ernst, Tafeljuralandschaft bei Wenslingen, 2.9.2013, Digitalfotografie.

Grundlagen

Material zum Mitnehmen
Landeskarte 1:25'000, Blatt 1068 und 1088

Bilder
Theodor Strübin, Dorfbild Wenslingen, 1951
Eital 1907: Feldscheunen
Der Giessen gezeichnet 1755 von Emanuel Büchel
Der Giessen gemalt 1815 von Peter Birmann

Verlauf

  1. Feldraine und Stufenraine sind Elemente der traditionellen Kulturlandschaft.
  2. Rund um Rothenfluh ist die Landwirtschaft von Obstbau mit vielen Hochstämmen und reich strukturierter Weidelandschaft geprägt.
  3. Da in Rothenfluh noch keine Melioration durchgeführt wurde, gleicht die Agrarlandschaft noch oft einer traditionellen Kulturlandschaft. Dem entsprechend sind viele kleinräumige Landschaftselemente zu finden, wie beispielsweise dieser mit Pflanzen bewachsene Wegmittelstreifen.
  4. Aussicht auf die Gemeinde Rothenfluh.
  5. Unterschiedliche Fettwiesen und -weiden ergeben ein mosaikartiges, vielfältiges Landschaftsbild, das mit Obstbäumen und Hecken ergänzt wird.
  6. Nach dem steilen Aufstieg durch den Wald erreicht man die Kante des Tafeljuraplateaus. Die Landschaft ändert sich schlagartig.
  7. Auf dem Plateau herrscht Ackerbau vor. Zu finden sind verschiedene Kulturen von Getreide wie Weizen, Gerste, Urdinkel (alte Schweizer Dinkelsorten), dann Raps, Mais, Ackerbohne und Erbse.
  8. In solchen grossräumigen Agrarlandschaften sind kleinräumige Landschaftselemente wie diese Waldinsel für Insekten und Vögel besonders wichtig.
  9. Weitere Beispiele sind Hecken und Brachstreifen, welche die Ackerlandschaft bereichern.
  10. Der Leimehof besteht seit 1996 und ist ein moderner Aussiedlerhof, wie sie ab 1800 nach Aufhebung des Flurzwangs vielerorts entstanden. Er ist als Zusammenzug aus drei Höfen aus dem Dorf Wenslingen hervorgegangen und wird von drei Bauernfamilien geführt.
  11. Im Plateaudorf Wenslingen sind einige Baumgärten (vergleiche dazu Baumgärten von Itingen) erhalten geblieben und werden liebevoll gepflegt. Ein kleines Wegnetz führt durch das Dorf, von dem aus man einen guten Einblick in die Baumgärten hat.
  12. In vielen Bauerndörfern der Region sind die Miststöcke erst in den letzten Jahrzehnten verschwunden. Oft entstanden daraus naturnahe oder dem Bauerngarten ähnliche Kleinode.
  13. An der Vorderen Gasse ist ein Bauerngarten zu bewundern.
  14. Die Vordere Gasse mündet mit einem Schwibbogen auf dem Dorfplatz mit dem Dorfbrunnen und den historischen Bauernhäusern. Vergleiche hier das Dorfbild mit jenem von 1951. Die Vordere Gasse hiess auch Müsgass, weil es hier vermutlich besonders viele Mäuse gab.
  15. Feldgärten sind meistens Gemüsegärten, die ausserhalb des Dorfes auf freier Flur zwischen Äckern und Wiesen angelegt werden und wurden.
  16. Niederstammanlagen sind effizient bei der Pflege und Ernte, sie tragen aber zu einem komplett anderen Landschaftsbild bei als Hochstammobstbäume.
  17. Im Gegensatz dazu haben Hochstammobstbäume in der Region eine lange Tradition.
  18. Im Eital werden Wiesen seit 2007 wieder als Wässermatten gepflegt. Zu Beginn des 20. Jh. standen hier noch viele Feldscheunen.
  19. Den Abschluss der Exkursion bildet ein Besuch beim Giessen unterhalb Zeglingen. Der Wasserfall wurde in der Malerei mehrfach dargestellt (siehe Bilder zum Mitnehmen).

BE

Interaktive Routenkarte

Swisstopo, Route Exkursion Wenslingen, Landeskarte 1:25'000, 2012.