Exkursion Nenzlingen

Landschaft und Landwirtschaft im Wandel

Die Exkursion von Pfeffingen nach Nenzlingen führt vorbei an nährstoffreichen Weiden und trockenen Magerrasen zu Überresten historischer Landwirtschaftsweisen. Im Überblick über die Landschaft kann der Wandel der naturnahen Flächen im Siedlungsgebiet abgeschätzt werden.

Route
Bushaltestelle Pfeffingen Post – Burgruine Pfeffingen – Glögglifels – Gobewald – Nenzlingerweid – Oberfeld – Bushaltestelle Nenzlingen Dorfplatz

    Dauer
    Ein ganzer Tag, Gehdistanz: 6,3 km, Höhenunterschied ca. 130 m

    An- und Rückreise
    Hinreise: Bus 65 von Dornach oder Aesch nach Pfeffingen Post.
    Rückreise: Bus 119 von Nenzlingen nach Zwingen.

    Beat Ernst, Blick von Pfeffingen ins Birstal, Digitalfotografie, 15.6.2012, Archiv Beat Ernst Basel

    Grundlagen

    Materialien (auch zum Mitnehmen)
    Karten, Fotos
    J. C. Aubry, Nenzlinger Bann, das Dorf und seine drei Zelgen (1768-1780) | Siegfriedkarte 1877 |Walter Mittelholzer, Luftbild Aesch, Pfeffingen und Grellingen (1923)

    Verlauf

    1. Weiden: Die Weiden links und rechts des Weges oberhalb von Pfeffingen werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Voraussetzungen dieser intensiven Nutzung sind im Fall von Weideland vor allem tiefgründige Böden und eine periodische Düngung.
    2. Kirschen: Einige Kirschbäume säumen den Weg vom Dorf Pfeffingen zur Ruine. Sie sind Überreste einer traditionellen, von Streuobstbeständen dominierten Landschaft. Diese Bewirtschaftung wurde wegen mangelnder Rentabilität aufgegeben. Mit dem Rückgang der Hochstammobstbäume ist auch der Vogelwelt stark verarmt.
    3. Aussicht: Der Blick von Pfeffingen nach Basel zeigt im Birstal ein zusammenhängendes, dicht überbautes Siedlungsgebiet. Wälder und Ackerland sind praktisch nur noch auf dem Hügel des Bruderholzes und auf dem Gempenplateau zu finden. Das Siedlungsband mit seinen Verkehrswegen hat die Lebensräume vor allem für Säugetiere zerstückelt.
    4. Burgruine Pfeffingen: Die Ruine ist Zeuge einer früheren Zeit, in welcher verschiedene Herrschaftsfamilien lebten, die immer wieder mit dem Fürstbistum Basel in Konflikt standen. Zahlreiche Belagerungen zwischen dem 14. und dem 18. Jh. sowie zwei grosse Erdbeben haben die Burg immer wieder beschädigt, so dass sie schliesslich aufgegeben wurde. Zurzeit wird sie saniert und wieder begehbar gemacht (bis etwa 2017). Bei den Bauarbeiten wird auch auf die Erhaltung kleiner Lebensraumstrukturen z. B. auf den Mauern Rücksicht genommen.
    5. Pfeffinger Wald: Eingang zum Wald in Richtung Nenzlingen. In der Region Basel sind die Wälder glücklicherweise nicht grossflächig verändert worden. Die Zusammensetzung der Baumarten wird in erster Linie von den Bodenverhältnissen und vom Klima bestimmt. Der Flaumeichenwald neben der Ruine gedeiht auf flachgründigen Böden, die nur einen sehr lückigen Wuchs ermöglichen. Der nur wenig produktive Waldtyp kann nicht wirtschaftlich genutzt werden. Für den Naturschutz hat er hingegen ein grosse Bedeutung, denn er beherbergt aufgrund des hohen Lichteinfalls sehr viele seltene Krautarten.
    6. Grellingen: Der Blick auf die Gemeinde Grellingen lässt erkennen, dass das Siedlungsgebiet ab den 1960er-Jahren stark gewachsen ist. Vom alten Dorfkern hat sich der Siedlungsrand langsam ins Landwirtschaftsgebiet hinein ausgedehnt.
    7. Wytwald: Ausserhalb des Dorfs Nenzlingen ist ein kleiner Rest eines Wytwaldes bis heute erhalten geblieben. Obwohl darin ein Schiessstand errichtet wurde, wird die Fläche weiterhin als Weide genutzt.
    8. Aussiedlerhöfe Nenzlingen: Die Situation der Landwirtschaftsbetriebe hat sich Mitte des 20. Jh. stark geändert. Befanden sich zuvor noch alle Betriebe im Dorfkern ist seither die Zahl der Aussiedlerhöfe gewachsen. Dank der Lage mitten im Landwirtschaftsgebiet können die Bewirtschafter mit grossen Maschinen besser zum Hof fahren. Zwar wird der Weg zu Äckern und Weiden deutlich kleiner, die Siedlungsstruktur hat sich dadurch jedoch stark verändert.
    9. Gobenäcker: Versteckt im Gobenwald befinden sich eigentümliche Reihen von kleinen Grenzsteinen. Sie stammen von früheren Getreideäckern, die ausserhalb des Dorfs Nenzlingen lagen. Die durch Erbteilung sehr schmal gewordenen Parzellen wurden im 18. Jh. aufgegeben und sind heute als Kulturdenkmal erhalten.
    10. Nenzlinger Weide: Hinter Kirschbäumen und einem kleinen Waldstück liegt die Nenzlinger Weide. Die Halbtrockenrasen sind nach Südwesten ausgerichtet.
    11. Bienenlehrpfad: Auf dem Weg des Bienenpfades stehen interessante Informationstafeln, welche einen Einblick in das Leben der Bienen ermöglichen.
    12. Ricola Kräutergarten: Der öffentliche Garten zeigt verschiedene Kräuter, welche vom Bonbonhersteller für die Geschmacksgebung seiner Bonbons verwendet werden. Alle Kräuter sind mit kleinen Schildern versehen, welche den Namen der Pflanze aufzeigen. Neue Kulturen in der Landwirtschaft wie der Anbau von Kräutern können auch zu einer ökologischen Aufwertung der Landschaft führen.
    13. DK

      Interaktive Routenkarte

      Swisstopo, Route Exkursion «Natur im Wandel der Zeit, Diegten–Tenniken», Landeskarte 1:25'000, 2012.