Wald

Wälder sind Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren, die von Bäumen geprägt sind. Auch ohne Zutun des Menschen sind diese Wälder unterschiedlich zusammengesetzt, abhängig davon, wo sie im Gelände stehen. Seit jeher wurden Wälder vom Menschen auch genutzt, vorwiegend zur Gewinnung von Brenn- und Bauholz. Dabei veränderten sich Zustand und Flächen der Wälder laufend. Waldbau und Waldpflege sind verhältnismässig neue Errungenschaften.



Unsere natürlichen Wälder

In tiefen und mittleren Höhenlagen kommen bei uns in der Region Basel natürlicherweise vorwiegend Buchenwälder vor. Je nach Lage ist ihr Unterwuchs aus unterschiedlichen Krautpflanzen zusammengesetzt. Der Buchenwald ist bei uns so etwas wie der «gewöhnliche Wald». In den tiefen Lagen der Flusstäler um Basel und im elsässischen Sundgau finden wir einen Wald, der aus zwei Baumarten gebildet wird: der Eiche und der Hagebuche. Man nennt ihn deshalb Eichen-Hagebuchenwald. Er liebt wärmere und trockenere Standorte als der Buchenwald.

An südlich exponierten, warmen und trockenen Felsstandorten und auf Felskuppen treffen wir auf den ökologisch vielseitigen Flaumeichenwald. Die kleinwüchsige Flaumeiche mit ihren unterseits filzigen Blättern bildet die Hauptbaumart. In diesem Wald entdecken wir sonst seltene Tier- und Pflanzenarten, die ein warmes Klima wie in Italien oder Südfrankreich schätzen. Im Jura haben Flüsse und Bäche enge Schluchten in den Kalkstein eingefressen. Dort herrscht ein feuchtes und kühles Klima. Hier wachsen Schluchtwälder, die vorwiegend aus dem Bergahorn und der Sommerlinde bestehen.

Nur an wenigen Stellen der Region Basel sind Nadelwälder anzutreffen. Einerseits stehen auf exponierten Kuppen und Kreten im Kettenjura, wo kein anderer Baum mehr zu gedeihen vermag, Föhrenwäldchen. Ein urwaldähnliches Bild geben andererseits die Tannen-Fichtenwälder mit ihren vielen Farnen und Moosen ab, die an schattigen und steilen Nordhängen des Kettenjuras stehen. Die vielen Flussläufe der Region Basel wurden ursprünglich von Auenwäldern begleitet. Sie sind heute leider durch den Einfluss des Menschen grösstenteils verschwunden. Ihr Lebensraum ist durch Hoch- und Niedrigwasser der Flüsse geprägt und mit feuchtigkeitsliebenden Baumarten besetzt.

Was mit den Wäldern im Laufe der Zeit geschah

Seit dem Mittelalter wurde der Wald als Lieferant für Brenn-, Bau- und Möbelholz genutzt. Aus Mangel an Weideland trieben die Bauern das Vieh in den Wald, um es dort weiden zu lassen. Diese Wälder nannte man Waldweiden oder auch Wytwälder. Im Laufe der Zeit war einmal der Bedarf an Brennholz, ein andermal der Bedarf an Bau- und Möbelholz grösser. Eichen waren zudem wertvoll für die Eichelmast, um die Schweine zu füttern. Jeder bediente sich, der Wald wurde plan- und sorglos ausgebeutet, ohne dabei auf das Nachwachsen des Holzes zu achten.

Verschiedene Versuche im 17. und 18. Jh., den Raubbau am Wald einzuschränken, schlugen fehl. Der Anschluss an das europäische Eisenbahnnetz in der Mitte des 19. Jh. ermöglichte den Import von Steinkohle, wodurch der Brennholzbedarf zurückging. Die definitive Wende brachte das erste eidgenössische Forstgesetz von 1876. Nun durfte nur noch so viel Holz geschlagen werden, wie nachwachsen konnte, was dem Kreislauf der Natur besser entsprach.

Wurde der Wald früher vorwiegend wirtschaftlich genutzt, wird er heute zunehmend auch von Erholungsuchenden geschätzt. Zum Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten werden Wald-Naturschutzgebiete geschaffen. Infotafeln und Führungen sollen Kenntnisse vermitteln und so den Waldbesucher zu einem respektvollen Verhalten im Lebensraum Wald bewegen.

Wald, so weit das Auge reicht?

Als der Mensch vor etwa 5000 Jahren begann, Landwirtschaft und Ackerbau zu betreiben, musste der Wald an vielen Orten weichen. Lange Zeit schrumpfte die Waldfläche sukzessive. Dem Wald wurde nur genommen und nichts mehr zurückgegeben. Mit dem Import von Kohle durch die Eisenbahn und dank Forstgesetzen nahm der Druck auf den Wald ab und der Rückgang der Waldfläche konnte aufgehalten werden. Seither nimmt sie sogar wieder kontinuierlich leicht zu.

Vielerorts wurden aus wirtschaftlichen Überlegungen Fichtenforste angelegt. Die Fichte ist raschwüchsig, pflegearm und ihr Holz findet vielfältige Verwendung als Industrie- und Bauholz bis hin zur Papiergewinnung. Es entstanden regelrechte forstliche Monokulturen. Heute ist man aus ökologischen Gründen bestrebt, die ursprünglichen Laubmischwälder wiederherzustellen.

Pflege und Hege

Als Sammler und Jäger war der Mensch schon immer im Wald unterwegs. Aber erst im 19. Jh. setzte die eigentliche Bewirtschaftung des Waldes ein. Dem planlosen Schröpfen des Waldes folgte ein nachhaltiger Waldbau. Mit einem Waldentwicklungsplan werden heute jeweils für die nächsten 15 Jahre Ziele und Massnahmen für die Wälder festgelegt. Die Waldplanung der Region Basel sieht dabei eine Förderung der naturnahen Bewirtschaftung vor.

Die Jagd bildete früher einen wichtigen Beitrag zur Ernährung des Menschen. Aufgrund der intensiven Jagd gab es jedoch Ende des 19. Jh. nur noch wenige Hirsche, Rehe und Gämsen, sie wurden bei uns beinahe ausgerottet. Dank Jagdgesetzen erholten sich die Wildbestände im Laufe des 20. Jh.. Nun gab es aber wegen der intensiveren Landwirtschaft immer weniger Hecken, Gebüsche und Wäldchen in der Landschaft, die dem Wild zur Deckung dienten. Deshalb zogen sich Hirsche, Rehe und Gämsen in den Wald zurück und verursachten durch ihre starke Vermehrung zunehmend Schäden. Die nachhaltig betriebene Jagd erweist sich heute als geeignete Form der Regulierung dichter Wildbestände.

BE/EB

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