Exkursion Gobenmatt

Flaumeichenwald – Buchenwälder – Englischer Landschaftsgarten

Die Exkursion führt durch die Waldungen rund um die Gobenmatt bei Arlesheim. Mit ihren sternförmig verlaufenden Hügelzügen und Seitentälchen zählen diese Waldgebiete zu den Standorten höchster biologischer Vielfalt in der Region Basel. Durch die wechselnden Bedingungen finden sich Flaumeichenwälder und diverse Typen von Buchenwäldern unterschiedlicher Ausprägung. Der denkmalgeschützte Landschaftsgarten Ermitage befindet sich im Zentrum des Naturschutzgebietes «Ermitage-Chilchholz».

Route
Tramstation Arlesheim – Ermitage – Hollenberg – Im Finsteren Boden - Gobenmatt - Ermitage - Tramstation Arlesheim

Dauer
Ein halber Tag, Gehdistanz: 6,8 km, 300 Höhenmeter

An- und Rückreise
Hin- und Rückfahrt mit BLT-Tram 10 nach Arlesheim (Fahrt Basel SBB–Arlesheim Dorf 19 Minuten)

Beat Ernst, Buchenwald Gobenmatt, 7.5.2013, Digitalfotografie.

Grundlagen

Material zum Mitnehmen
Landeskarte 1:25'000, Blatt 1067
Nach Möglichkeit: Ermitage und Umgebung, Arlesheim. Exkursionsführer durch Naturschutzgebiete des Kantons Basel-Landschaft, Heft 8, von Roland Lüthi.

Verlauf

  1. Hofgut Andlauerhof: Durchs Dorf Arlesheim, kurz vor dem Dorfausgang linker Hand das Hofgut Andlauerhof.
  2. Ehemalige Mühle: Der Eingang zur Ermitage wird durch eine schluchtartige Felsverengung gebildet. Wir gehen nicht durch den Torbogen, sondern vor der eigentlichen Mühle gleich rechts über die Brücke zum Wanderwegkreuz.
  3. Ausblick über die Gobenmatt: Es folgt ein recht steiler Anstieg von rund 200 Höhenmetern auf einem schmalen Waldpfad. (Wer diesen Aufstieg meiden möchte, geht bei der ersten Linkskurve geradeaus. Allerdings verpasst man so den Flaumeichenwald.) Rund 100 m vor dem höchsten Punkt 530 m ü. M. eröffnet sich durch die Bäume der Blick über den Talkessel der Gobenmatt mit seiner vielfältigen Struktur.
  4. Flaumeichenwald: Auf der Gipfelkuppe des Hollenberges wächst ein kleiner Flaumeichenwald. (Vorsicht! Auf der einen Bergseite herrscht Absturzgefahr).
  5. Infotafel zum Naturschutzgebiet: Auf der Tafel finden sich einige Informationen zum Naturschutzgebiet. Linkerhand stehen zwei mächtige Rotbuchen. Sie sind an ihren silbergrauen Stämmen leicht zu erkennen.
  6. Blick auf die Schartenflue: Von hier aus ist die steile Kalkfelswand mit dem Aussichtsturm gut zu erkennen. Der Weg verläuft dem Waldrand entlang. Ein solcher kann, je nach Ausgestaltung, ökologisch wertvoller oder eintöniger sein.
  7. Lungenkraut-Buchenwald: In der Krautschicht finden sich neben dem Lungenkraut das Buschwindröschen, das Immenblatt und die Frühlings-Platterbse. Dieser Buchenwaldtyp ist ein guter Wirtschaftswald, in dem hauptsächlich Buchenholz für verschiedene Zwecke gewonnen wird.
  8. Der Weg steigt wieder an und wir durchqueren beim höchsten Punkt der Exkursion einen Fichtenforst. Wenige Meter vom Weg entfernt eröffnet sich ein herrlicher Blick auf das Naturschutzgebiet und den Chrischonaturm auf der Krete des Dinkelberges. Dahinter ist der Badische Belchen im Schwarzwald zu sehen.
  9. Aufschluss: Hier ist eine Wand aus Rogenstein zu sehen. Diese Gesteinsform unterscheidet sich deutlich von den Malmkalken, aus denen die vielen Höhlen der Ermitage bestehen. Der Boden über dem Grundgestein ist eine magere Rendzina, die im Jura typisch ist.
  10. Zahnwurz-Buchenwald: In der Krautschicht finden sich neben der Fieberblättrigen Zahnwurz der Waldmeister, der Sauerklee und das Bingelkraut.
  11. Seggen-Buchenwald: Als Strauch findet sich der Wollige Schneeball und in der Krautschicht das Maiglöckchen und der Salomonsiegel.
  12. Aronstab-Buchenwald: In der Krautschicht ist der Bärlauch sehr dominant, der Aronstab und die Wald-Schlüsselblume sind verstreut auch überall anzutreffen.
  13. Chilchholz: Der gegenüberliegende Hügelzug heisst «Chilchholz». An der steilen, südexponierten Flanke wächst ein ausgeprägter Flaumeichenwald. Er kann nicht begangen werden und sollte seinen Bewohnern überlassen bleiben.
  14. Weiheranlage: Die drei Ermitageweiher bieten Tieren und Pflanzen im und am Wasser einen wertvollen Lebensraum stehender Gewässer. Bei den Wasserpflanzen können schwimmende Arten wie beispielsweise die Teichrose, Röhrichtarten im Flachwasser wie das Schilf und eigentliche Uferpflanzen wie der Blutweiderich unterschieden werden.
  15. Englischer Landschaftsgarten Ermitage: Guter Überblick über die Gartenanlage mit seinen Felsformationen, Höhlen, Häuschen, verschlungenen Wegen und dem Schloss Birseck.

BE

Interaktive Routenkarte

Swisstopo, Route Exkursion Gobenmatt, Landeskarte 1:25'000, 2012.