Exkursion Wildenstein

Eichen – Wytwälder – Teuchelföhren

Die Exkursion führt vom Tal der Vorderen Frenke auf das Tafeljuraplateau «Murenberg». Der Höhepunkt der Exkursion ist sicherlich der Wytwald des Naturschutzgebietes «Wildenstein» mit seinen über 500 Jahre alten Eichen. Es kann dort eine Waldweide besucht werden, wie sie zur Zeit der Dreifelderwirtschaft existierte. Im «Deuchelacker» steht ein Föhrenforst, der angelegt wurde, um Föhrenstämme für Teucheln (Wasserleitungen) zu nutzen. Die verschiedenartigen Nadelhölzer, die im schattigen Tal des Sormattbaches angepflanzt wurden, und der kleine Bachauenwald bilden einen weiteren Aspekt der Exkursion Wildenstein.

Route
Bubendorf Talhaus – Murenberg – Schlossweiher – Deuchelacker – Sormattbach – Siglisberg (Schloss Wildenstein) – Bubendorf

Dauer
Ein halber Tag, Gehdistanz: 7,5 km

An- und Rückreise
Hinfahrt mit der Waldenburgerbahn nach Bubendorf Talhaus (Fahrt von Liestal 6 Minuten, von Basel SBB 26 Minuten)
Rückfahrt mit BLT Bus 70 von Bubendorf Steingasse (Fahrt nach Liestal 16 Minuten, nach Basel SBB ca. 34 Minuten)

Beat Ernst, Eichenwytwald bei Wildenstein, 29.4.2010, Digitalfotografie.

Grundlagen

Material zum Mitnehmen
Landeskarte 1:25'000, Blatt 1068 und 1088
Nach Möglichkeit: Wildenstein. Exkursionsführer durch Naturschutzgebiete des Kantons Basel-Landschaft, Heft 3, von Roland Lüthi.

Bilder
Schloss Wildenstein und die dazugehörigen Güter: Wildenstein 1681
Zeichnung von Jakob Christoph Bischoff: Wildenstein 1814
Hecke aus Thuja im Vergleich zu den Bäumen im Sormatttal: Thujahecke

Naturschutzgebiet
Bitte beachten Sie, dass Sie sich in Wildenstein in einem Naturschutzgebiet befinden. Nehmen Sie während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 31. Juli besonders Rücksicht auf Pflanzen und Tiere. Wege nicht verlassen und Hunde an der Leine führen!

Verlauf

  1. Weihnachtsbäume: Am Rand des Tales der Vorderen Frenke ist eine Spezialkultur mit Weihnachtsbäumen zu sehen.
  2. Aronstab-Buchenwald: In der Mitte des steilen Aufstieges führt uns der Weg in einem kleinen Bachtobel durch einen Aronstab-Buchenwald. Die Krautschicht wird vom Bärlauch dominiert, der Aronstab und die Wald-Schlüsselblume sind verstreut ebenfalls überall anzutreffen.
  3. Naturlehrpfad: Ab jetzt verläuft unsere Route auf einem Teilstück des Naturlehrpfades des Natur- und Vogelschutzvereins Bubendorf. Auf den Tafeln kann man einige Tier- und Pflanzenarten näher kennenlernen.
  4. Aufschluss: Dort wo der Weg auf die Strasse trifft, erkennen wir auf der gegenüberliegenden Strassenseite einen Aufschluss. Der Boden über dem Grundgestein ist eine magere Rendzina, die im Jura typisch ist.
  5. Fichtenforst: Auf der rechten Seite der Strasse passieren wir einen Fichtenforst. Solche Wälder sind reine forstliche Monokulturen. In ihnen herrschen völlig andere ökologische Verhältnisse als in einem naturnahen Wald.
  6. Waldrand: Am Rand der Obstwiese verläuft der Weg dem Waldrand entlang. Ein solcher kann, je nach Ausgestaltung, ökologisch wertvoller oder eintöniger sein. An dieser Stelle ist er als hoher Gebüschsaum ausgestaltet, der wenig Licht ins Waldinnere eindringen lässt und keine Stufung aufweist.
  7. Steinbruch: Auf dem Plateau des Murenberges angelangt kommen wir rechterhand an einem kleinen Kalksteinbruch vorbei, wie es in der Region viele davon gibt.
  8. Alte Eichen: An dieser Weggabelung treffen wir auf die ersten grossen, freistehenden Eichen. Alte Eichen prägen das Landschaftsbild und bieten unzähligen Tierarten einen Lebensraum.
  9. Wytwald: Hier wächst wohl der am besten erhaltene Eichen-Wytwald der Region. Die ehemalige Beweidung verhinderte das Aufkommen eines dichten Waldbestands. Wytwälder würden aus heutiger Sicht eher als lockere Baumbestände mit dazwischen liegenden Wieslandflächen bezeichnet werden denn als Wälder. Die anderen Bezeichnungen «Waldweiden» und «Weidwälder» verdeutlichen diesen Umstand.
  10. Schlossweiher: Er bietet Tieren und Pflanzen im und am Wasser den wertvollen Lebensraum stehender Gewässer. Im dichten Wäldchen um den Weiher ist auch die Silberpappel zu finden, die an ihrer weiss-behaarten Blattunterseite leicht zu erkennen ist. Sie kommt ursprünglich in Auenwäldern vor und dürfte hier gepflanzt sein. Auf und unter der Wasseroberfläche sind eine Reihe von Wasserpflanzen zu beobachten.
  11. Teuchelföhren: Im Gebiet des «Deuchelackers» ist die Reihenpflanzung von Waldföhren heute noch sichtbar. Zur Gewinnung von Föhrenstämmen wurde hier vor rund 200 Jahren ein praktisch reiner Föhrenbestand angelegt. Dieser ist bis heute stehen geblieben, weil durch das Aufkommen von gusseisernen Leitungen 50 Jahre später das Schlagen der Föhren nicht mehr nötig war.
  12. Sormattbach: Der obere Teil des Sormattbaches verläuft in einem schattigen Tal. Entlang des Baches herrschen ideale Bedingungen für eine ausgeprägte Moosflora. Vor der Brücke ist auf der gegenüberliegenden Talseite eine Kalksinterquelle zu sehen.
  13. Schloss Wildenstein: Von hier aus ergibt sich ein schöner Blick auf das Schloss Wildenstein. Er kann mit dem Bild von Jakob Christoph Bischoff aus dem Jahre 1814 verglichen werden, der das Schloss von diesem Standpunkt aus malte.
  14. Exotische Koniferen: Auf dem Weg durchs Tal des Sormattbaches sind sicherlich die vielen Nadelbäume aufgefallen. Sie sind hier nicht natürlich gewachsen, sondern Zeugen von forstlichen Modeströmungen und der angestrebten guten Versorgung mit Bauholz. An dieser Stelle stehen beispielsweise mächtige Thuja-Bäume im Freistand, die man aus den Hausgärten eher nur als Heckenpflanzung kennt.
  15. Bachaue: Seit 1994 wird Wasser aus dem Sormattbach in das Waldtälchen geleitet, damit ein kleiner Auenwald entsteht. Dazu braucht es zeitweise stark durchnässten Waldboden. In diesem Ahorn-Eschenwald sind neben den beiden Baumarten Bergahorn und Esche im Frühling vor allem die auffälligen gelben Sumpf-Dotterblumen in der Krautschicht zu finden.
  16. Lungenkraut-Buchenwald: An dieser Stelle treffen wir auf den häufigsten Buchenwaldtyp in der Region. Das Lungenkraut, das Buschwindröschen, das Immenblatt und die Frühlings-Platterbse sind typische Krautpflanzen diese Waldtyps.
  17. Bubendorf: Vom Strässchen aus hat man einen guten Überblick auf das Gewerbegebiet Süd der Gemeinde. Als Kontrast zu den vielen modernen Industriebauten ist am gegenüberliegenden Hang linkerhand das Landgut Beuggenweid zu sehen, wo der steile Abhang dahinter immer noch beweidet wird.

BE

Interaktive Routenkarte

Swisstopo, Route Exkursion Wildenstein, Landeskarte 1:25'000, 2012.