Exkursion Chälengraben

Wasser formt die Landschaft

Sobald das Wasser auf die Erdoberfläche fällt, beginnt es die Landschaft zu formen. Im Jura sind diese Prozesse durch die gute Löslichkeit von Kalkgestein noch verstärkt. Fliessgewässer formen Täler, Klusen oder Schluchten. Starker Niederschlag kann zu Hangrutschungen führen, durch versickerndes Wasser wird das Kalkgestein im Untergrund aufgrund chemischer Prozesse gelöst. Es entstehen unterirdische Höhlensysteme oder Dolinen, die an der Oberfläche sichtbar sind.

Route

Bushaltestelle Hofstetten Unterdorf – Parkplatz – Chälegraben (– Bergmatten) – Bümertsrüti – Vorhollen – Bushaltestelle Rotberg (Bus 69) – Wiler – Flühbach-Tal – Flüh-Tramhaltestelle

Die Exkursion kann abgekürzt werden, wenn bei der Haltestelle Rotberg die Rückfahrt mit dem Bus angetreten wird.

Dauer
Halb- bis ganztägig, Gehdistanz 4–7 km
5,8 km, 200 m Aufstieg, 300 m Abstieg
abgekürzt 3,3 km

An- und Rückreise
Anreise: Tram 10 bis Flüh, Bus 68 von Flüh nach Hofstetten (ab Basel rund 45 Minuten)
Rückreise: Variante 1 Bushaltestelle Rotberg (Bus 69), Variante 2 Tram 10 ab Flüh

Beat Ernst, Chälengrabenschlucht, 22.7.2012, Digitalfotografie.

Grundlagen
Hofstetten – Flüh | Metzerlen–Mariastein | Sundgauer Hügelland | Quellfluren | Schluchtwälder | Erdrutsche | Felsen | Topografie |

Material zum Mitnehmen
Karten
Landeskarte 1:25’000 Arlesheim, Nr. 1067, geologische Karte, Naturgefahrenhinweiskarte Kanton Solothurn

Bilder
Chälengrabenschlucht, 1908 | Flugbild Hofstetten, ohne Jahr | Rutschungen Hofstetter Bergmatten, 1942 | Rutschungen Hofstetter Bergmatten, 1939 | Frühere Schanze Hofstetter Bergmatten 1939 | Hofstetter Bergmatten 1939 |

Verlauf

  1. Bei der Bushaltestelle: Eindolung Bach
  2. Hofstetten: Korallenkalk-Plateau mit zahlreichen Klüften, daher sehr wasserdurchlässig
  3. Das Geschiebe hat unterhalb der Schlucht eine Bachschuttkegel ausgebildet (im Bereich des Parkplatzes erkennbar).
  4. Chälegraben: Schlucht, kühles Klima, Ausbildung eines Schluchtwaldes, Moosreichtum, im Sommer trockenfallende Strecken des Bachlaufs. Die gesamte Länge der Chälengrabenschlucht kann auf gesicherten Wegen, Brücken und Treppen begangen werden. Der Fels mit seiner typischen, feuchtigkeitsliebenden Vegetation kann aus nächster Nähe beobachtet werden.
  5. Abstecher Bergmatten: Über die als Naherholungsgebiet genutzte Wiese führt ein Abstecher am Bergmatten-Hof vorbei ins feuchte Rutschgebiet der Bergmatten: Rutschungen, im oberen Bereich auch Dolinen, vgl. Naturgefahrenhinweiskarte SO
  6. Im Gebiet Bümertsrüti wurde im Untergrund Kalkstein gelöst. Die entstehenden Höhlen sind später eingebrochen. Das Ergebnis sind die trichterförmigen Polinnen an der Erdoberfläche.
  7. Im Gebiet Vorhollen wird die Aussicht frei auf die Landschaft des nördlichen Juras, des Sundgauer Hügellands und der Oberrheinebene mit den Vogesen und dem Schwarzwald. Welche Landschaftselemente sind zu erkennen? Welche Formen sind durch Wasser geprägt?
  8. Das schmale Tälchen des Flühbachs ist durch rückwärtsschreitende Erosion entstanden. Die seitlichen Felsbänder verwittern allmählich ebenfalls aufgrund der Wirkung des Wassers. Dadurch sind an deren Fuss Schutthänge entstanden. Bei Mariastein: Malmkalk-Fluh von Mariastein.
  9. Quelle unterhalb Felswand bei Kloster an Wanderweg (Koord. 604155/258518). Das Wasser versickert im durchlässigen Kalkgestein bis es auf eine tonige Schicht trifft. Auf dieser fliesst es unterirdisch weiter und tritt als Quelle aus, wo die Tonschicht einen Abhang erreicht. Der beim Versickern chemisch aus dem Gestein gelöste Kalk wird als Kalksinter oder Kalktuff abgelagert.
  10. Bei Flüh durchbricht der Binnbach die Landskronkette und hat eine Klus gebildet.

DK

Interaktive Routenkarte

Swisstopo, Route Exkursion Chälengraben, Landeskarte 1:25'000, 2012.