Steinbrüche

Steine wurden schon immer für den Hausbau aus Steinbrüchen gebrochen. Im 20. Jh. hinterliess die industrielle Ausbeutung der Steinbrüche riesige Wunden in der Landschaft. Das Einstellen der Ausbeutung bedeutete aber auch eine Rückkehr der Natur. So sind heute einige ehemalige Steinbrüche Naturschutzgebiet. Einige Steinbrüche sind auch als Deponien mit Bauschutt wieder aufgefüllt worden.



Der Steinbruch als Fremdkörper in der Landschaft

In früheren Zeiten waren die Entnahmestellen zunächst nicht sehr ausgedehnt, da sie von Hand betrieben wurden und die gebrochenen Steine oft in der Nähe beispielsweise für den Hausbau verwendet wurden. Sie hinterliessen jedoch unzählige Löcher und Gruben im Relief. Damals waren vor allem Hauptrogenstein- und Muschelkalk-Steinbrüche verbreitet. Diese Situation änderte sich mit der Zunahme der Anzahl von Gebäuden und der Strassen Ende des 19. Jh. Der jährliche Bedarf an Baumaterialien stieg enorm an, namentlich der Bedarf an Beton ab den 1930er-Jahren. Die industrielle Ausbeutung der Gesteine hinterliess riesige Wunden in der Landschaft. Die Steinbrüche wirken als kaum zu korrigierende Fremdkörper in der Landschaft.

Die wichtigsten Steinbrüche in der Region Basel sind heute fast alle stillgelegt: Kalksteinbruch in Muttenz (Sulzkopf) (Karte), Gipssteinbruch in Zeglingen (Karte), Kalksteinbruch in Liesberg (Bolberg) (Karte)Tongrube in Liesberg (Andil) (Karte), Huppergruben in Lausen (Wasserschöpfi) (Karte), Kalksteinbruch Leymen (Landskron) (Karte).

Steinbrüche heute

In der Region gibt es heute nur noch wenige Abbauorte von Feststeinen in Steinbrüchen. So betrieb die Firma Juroc in der Neumatt Laufen (Konkurs 2014) einen Steinbruch. In Liesberg ist die Firma Thomann AG noch aktiv.

Neuerdings möchte der Verein «Erlebnisraum Tafeljura» den Gisbergsteinbruch oberhalb Tenniken/Wittinsburg reaktivieren, um Kalksteinquader für Trockenmauern in der Region abbauen zu können. Mit den Steinen sollen Trockenmauern, wie schon in vergangenen Zeiten, mit Material aus der Region erstellt oder unterhalten werden.

Der Steinbruch als Ersatzstandort

Teilweise oder ganz stillgelegte Steinbrüche oder Gruben gehören zu den letzten nicht oder höchstens extensiv genutzten Flächen in der Region. Für den Artenschutz sind die Landschaftsnarben ein Segen – es sind Ersatzstandorte für die heute fast oder vollständig aus dem Kulturland verdrängten Tiere und Pflanzen sonniger und trockener, aber auch wechselnasser Standorte. Viele dieser alten Steinbrüche sind heute Naturschutzgebiete, wie beispielsweise Liesberg-Bohlberg, Liesberg-Andil, Muttenz-Sulzchopf oder Lausen-Huppergrube.

HPM

Karten

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Literatur

  • Hagmann Daniel: Zur Geschichte der Steinhauerei im Laufental, Laufentaler Museumshefte, Laufen 1993.