Maler

Die Landschaft als Motiv in der Malerei ist erst zu Beginn des ausgehenden Mittelalters ein Thema. Die Einstellung zur Natur änderte sich. Die Menschen wollten die Objekte der Natur möglichst genau in ihrer Individualität darstellen. Während der Renaissance hielt die perspektivische Darstellungsmöglichkeit Einzug in die Malerei; und mit dem Spiel von Licht und Schatten wurde zusätzlich die nötige Raumwirkung erzielt.



Landschaftsmalerei

Aus der frühen Neuzeit sind einige Stadtansichten Basels bekannt, die als Landschaftsdarstellungen gelten. Erwähnt sei das «Stadtbild» vermutlich von Conrad Morand um 1535, das die Stadt aus einer Perspektive rheinaufwärts auf der Höhe des heutigen St. Johann-Parks zeigt, so dass man die Grossbasler Rheinfront, die Mittlere Brücke und das Kleinbasler Ufer sieht. Darin ist die Bemühung zu erkennen, die Anlage der Stadt topographisch möglichst getreu darzustellen.

Aus der ersten Hälfte des 17. Jh. stammen die Vogelschaupläne von Matthäus Merian d. Ältere, die bauliche Details von Basel zeigen. Andere Bilder von ihm geben Einblicke in die nähere Umgebung Basels. Merian war Zeichner, Kupferstecher, Topograph und geschäftstüchtiger Verleger. Seine Kupferstiche sind heute noch überaus beliebt und bekannt. Er stellte zwar meist ein Gebäude oder eine Stadt in den Mittelpunkt seiner Bilder, doch bettete er sie in eine präzise topographische Ansicht ein und setzte sie so in einen grösseren Zusammenhang mit der Landschaft.

Die Mitte des 18. Jh. war in der Region die Ära von Emanuel Büchel, der teils im Auftrag von David Herrliberger für die «Topographie der Eydgenossenschaft» die Stechvorlagen malte. Herrliberger bestand darauf, dass die Vorlagen neu von der Natur aufgenommen werden mussten. So erarbeitete sich Büchel einen Stil in seinen Topographien, der die Landschaft ohne Schnickschnack (wie Repoussoir, Staffage und dramatische Wolkenbilder) so darstellte, wie sie sich ihm darbot.

Es folgte die Zeit der Bildungsreisen, Aufenthalte im Ausland und der Naturbegeisterung. Landschaftsdarstellungen waren äusserst beliebt als Erinnerungsbilder. Aber auch die Besuche der vorwiegend englischen Landschaftsmaler prägten die Maltradition der einheimischen Künstler. Typische Vertreter dieser lokalen Landschaftsmalerei, die in der Schweiz «Kleinmeister» genannt wurden, waren Peter Birmann und Anton Winterlin. Die beseelten Bilder von Samuel Birmann können hingegen der Romantik zugeordnet werden, eine kulturgeschichtliche Epoche, die Gefühl, Leidenschaft und Individualität ins Zentrum stellte.

Das Panorama

Panoramen vermitteln mit ihrem erhöhten Standpunkt, der optischen Unbegrenztheit und der Vielzahl von Perspektiven eine Illusion der Weite und vereinnahmen den Betrachter vollständig. Der rege alpine Tourismus zu Beginn des 19. Jh. verhalf dieser speziellen Form der Landschaftsmalerei zur Blüte. Während die Alpenpanoramen, die oft als Faltpanorama im Taschenformat erschienen, der Orientierung dienten und sehr gefragt waren, war die Rolle der regionalen Grosspanoramen weniger eindeutig. Die Panoramen der Maler Samuel Birmann und Anton Winterlin erreichten beachtliche Längen von 3 bis 5 Metern. Ihre Entstehung ist wohl damit zu erklären, dass die künstlerische und wissenschaftliche Faszination darin bestand, eine scheinbar grenzenlose Welt zu schaffen.

Illustrationen von Pflanzen und Tieren

Das Ziel von botanischen und zoologischen Illustrationen ist die Wiedererkennung sowie die bildliche Beschreibung und Dokumentation der Organismen. 1460 entstand in Basel die Universität, und gegen Ende des 15. Jh. wurde Basel durch Amerbach, Petri und Froben als Stadt des Buchdrucks begründet. Wissenschaft war die treibende Kraft für die Neugierde an den Organismen, und die Fähigkeit zur Reproduktion der Abbildungen war nötig, um die Pflanzen- und Tierdarstellungen zu verbreiten. In der Renaissance wollte man speziell Arzneipflanzen zweifelsfrei erkennen, weshalb Pflanzendarstellungen hergestellt und gedruckt wurden. Das in Basel gedruckte «New Kreüterbuch» von Leonhart Fuchs ist ein Paradebeispiel dafür. Für den Universalgelehrten Conrad Gesner gehörte das zeichnerische Œuvre (Werk) mithin in den unmittelbaren Kontext seiner Naturstudien. Dem Bild wurde ab dem 16. Jh. einen eigener wissenschaftlicher Erkenntniswert zugesprochen.

Lupe und Mikroskop erlaubten kleinste Details wiederzugeben, weshalb immer öfter auch Einzeldarstellungen von Blütenteilen oder Insektenbeinen zu finden sind. Gleichzeitig stieg die Zahl der Organismen, die beschrieben und im Bild festgehalten wurden. Ein Problem waren zu Beginn die Reproduktionstechniken, da diese fast immer zu Ungenauigkeiten und zum Qualitätsverlust führten. Fortschritte in der Drucktechnik sorgten dafür, dass die Illustrationen auch verbreitet werden konnten und zum Kenntnisgewinn über die belebte Welt beitrugen.

BE

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Weiterführende Links

Literatur

  • Baur Sarasin Esther, Dettwiler Walter: Bildgeschichten – Aus der Bildersammlung des Staatsarchivs Basel-Stadt 1899-1999, Schwabe & Co. AG Verlag, Basel 1999.
  • Boerlin-Brodbeck Yvonne: Peter und Samuel Birmann. Künstler, Sammler, Händler, Stifter. Katalog zur Ausstellung im Kunstmuseum Basel, Schwabe & Co. AG Verlag, Basel 1997.
  • Dümpelmann Britta: Panoramen – Vermessene Welten, Heft zur Ausstellung vom 2. Juni bis 7. Oktober 2012, Kunstmuseum Basel 2012.
  • Echte Bernhard: Jonas David Labram – Vom Schönen der Natur, Nimbus. Kunst und Bücher, Wädenswil 2002.
  • Flüeler Niklaus (Hrsg.): Malerische Reisen durch die schöne alte Schweiz, Ex Libris Verlag, Zürich 1982.
  • Lack Walter H.: Ein Garten Eden – Meisterwerke der botanischen Illustration, Taschen GmbH, Köln 2001.
  • Meles Brigitte: Liestaler Panorama-Sammlung. In: Landschaften & Menschen im Baselbiet, Baselbieter Heimatbuch 29, Verlag Basel-Landschaft, Liestal 2013, S. 165-173.
  • Sieber-Meier Christine: Blick auf Basel – Die Längspanoramen von Anton Winterlin, Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, Bd. 42, Zürich 1985, S. 321-324.
  • Schneider Norbert: Geschichte der Landschaftsmalerei, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999.
  • Trachsler Beat: Emanuel Büchel, 1705-1775. Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kupferstichkabinett (Hrsg.), Birkhäuser Verlag, Basel 1975.
  • Zoller Heinrich: Kommentar zu: Jonas David Labram – Vom Schönen der Natur, In: Bauhinia Bd. 17 (2003), Basel S. 73-79.