Glossar Allgemein


A
Allmend
Gemeinschaftsbesitz ausserhalb der in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzflächen.


B
Brache
Aus wirtschaftlichen, regenerativen oder anderen Gründen unbestellte Fläche, die brach liegt.

Bündten
Auch Bünten oder Pünten, bezeichnen gartenähnliche, eingezäunte Flächen meist in Dorfnähe, die mit Sonderkulturen wie Gemüse, Rüben, Kartoffeln oder insbesondere mit den Faserpflanzen Flachs und Hanf bepflanzt wurden.


D
Dreifelderwirtschaft
Die Dreifelderwirtschaft war seit dem Mittelalter bis ins 19. Jh. die dominante Bewirtschaftungsform in der Landwirtschaft. Die Abfolge Wintergetreide–Sommergetreide–Brache ermöglichte eine möglichst schonende und doch optimale Nutzung sowie Erholung des Bodens.
1. Jahr: Saat Wintergetreide im Herbst des Vorjahres, Ernte im Spätsommer
2. Jahr: Saat Sommergetreide im Frühling, Ernte im Spätsommer
3. Jahr: Brache, und dann Saat Wintergetreide im Herbst

Dreizelgenwirtschaft
Erfolgt das Betriebssystem der Dreifelderwirtschaft auf der Ackerfläche der ganzen Gemeinde, so nennt man das Dreizelgenwirtschaft. Gemeinsam wurde gepflügt, gesät und geerntet. Dadurch brauchte es weniger Überfahrtsrechte und Zugangswege sowie Wendeflächen für den Pflug. Das Land konnte besser genutzt werden. Gerade im Zusammenhang mit der Erbteilung (Realteilung) und der dadurch verursachten Parzellenzersplitterung, war dies bedeutsam. Ein solche kollektive Bewirtschaftung wird als Flurzwang bezeichnet.


E
Etter
Bezeichnung für die Abgrenzung eines mittelalterlichen Dorfes in Form eines Zaunes oder Hecke. Er grenzte das Dorf mit seinen Obst- und Gemüsegärten von der Allmend und der Flur ab. Bauen war nur innerhalb des Etters gestattet.


F
Flur
Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung Flur auf die gesamte Landschaft ausserhalb der Siedlung. Hieraus leitet sich z.B. der Begriff «Flurname» ab.Später wurde nur noch das landwirtschaftlich genutzte Land als Flur bezeichnet. Parzellenformen und Bewirtschaftungsart ergeben dann z.B. die Blockflur oder die Streifenflur. Die Allmend gehört nicht mehr zur Flur.


G
Gewässerrevitalisierung
Massnahme, mit der die ökologischen Funktionen von (meist) Fliessgewässern wieder hergestellt werden. Es kommen verschiedene Massnahmen umgesetzt werden: Die Durchgängigkeit des Gewässers wird mit dem Ersatz von Wehren durch Blockrampen wieder hergestellt. Die Lebensgemeinschaften der Ufer wird gefördert durch den Rückbau von harten Uferverbauungen. Mit einer Verbreiterung der Sohle kann die Vielfalt der Strukturen und Lebensräume auf der Gewässersohle vergrößert werden.


H
Habitat
Gesamtheit der ökologischen Umweltfaktoren (Klima, Boden, biotische Faktoren etc.) einer Lebensgemeinschaft und somit Lebensraum einer Pflanze oder eines Tieres. Ein Ersatzhabitat ist ein meist vom Menschen geschaffener Ort, der ähnliche Umweltfaktoren wie das natürliche Habitat bietet.


K
Karst
Geländeform im Untergrund oder an der Oberfläche von Kalkgestein, die durch chemische Lösungsprozesse entstanden ist, wie z. B. Doline, Höhle oder Karstquelle. Siehe auch: Dinkelberg.

Keuper
Der Keuper ist eine geologische Schicht. Er entstand vor rund 230 Mio. Jahren. In der obersten Triaszeit, dem Keuper, wurde unsere Gegend wieder von festländischen Faktoren wie Erosion und Ablagerungen durch Flüsse (fluvial) beeinflusst. Es wechselten sich Überflutungen mit seichten Wassertiefen und Festland ab. Dabei wurden einerseits Mergel und Gips und andererseits Sandstein abgelagert. Der Keuper ist im Vergleich zum Muschelkalk oder Buntsandstein eine «weiche» Schicht und wird somit viel schneller abgetragen (erodiert). Beispiel: Keupermulde von Arisdorf. Siehe auch Geologische Zeittabelle.

Korrektion
Die Korrektion der Flüsse wurde seit dem Beginn des 19. Jh. vor allem in stark besiedelten Regionen des Tieflands durchgeführt, um Kulturland und Platz für Siedlungen und Verkehrswege zu gewinnen. Die breiten, verzweigten Wasserläufe wurden auf ein schmales Gerinne reduziert. Durch die erhöhte Erosionskraft des Wassers haben sich die Flüsse eingetieft. Gleichzeitig sank der Grundwasserspiegel im Umland und dadurch wurde die früher sumpfige Talsohle ist trockengefallen.


L
Laubmischwald
Wälder, die aus mehreren Laubbaumarten zusammengesetzt sind.


M
Mergel
Festes Sedimentgestein aus Tonmineralien und Calcit. Er ist ein begehrter Rohstoff aus der Jura-Region und wird gerne für Strassen-, Leitungs- und Wasserbauten genutzt.


N
Neophyten
Pflanzen, die nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinents ein neues Verbreitungsgebiet besiedelt haben. Einzelne Arten verhalten sich invasiv und können einheimische Pflanzen zurückdrängen. Neophyten kommen nicht nur in Europa vor. Viele europäische Pflanzenarten wurden auch noch Amerika oder Australien verschleppt und konnten sich dort ansiedeln.


R
Revitalisierung
Wiederherstellung der ökologischen Funktionen von Gewässern (oder anderen Lebensräumen). Die bisherige Landnutzung soll dabei aber beibehalten werden.

Ruderalstandorte
Wurden vom Menschen tiefgreifend gestört, indem die vorherige Vegetation zerstört wurde. Es sind Standorte mit häufig steinigem, humusarmem Untergrund, wie z.B. Kiesplätze oder Wegränder. Die floristischen Erstbesiedler solcher Standorte nennt man Ruderalpflanzen, Pionierpflanzen, die durch Tritt-, Schnitt- oder Bodenbewegungen nicht beeinträchtigt werden.


V
Vegetation
«Pflanzenkleid», Gesamtheit der Pflanzen, die sich auf einer bestimmten Fläche entwickeln.


Z
Zersiedelung
Das Bauen von Gebäuden ausserhalb des zusammenhängenden Siedlungsgebietes, oder das ungeregelte und unstrukturierte Wachstum von Ortschaften in die unbebaute Landschaft wird als Zersiedelung bezeichnet.