Obertüllingen

Der Tüllinger Berg ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Bevölkerung von Lörrach, Basel, Riehen und Weil. In der stark gegliederten Landschaft aus Wiesen, Rebbergen und Obstgärten sind viele kleinräumige Lebensräume entstanden. So gibt es am Tüllinger Berg bemerkenswerte Bestände der Zaunammer und des Wendehalses. Und unter den Reben blühen im Frühling die Wildtulpen.




Markanter Tüllinger Berg

Mit einer Höhe von 460 m ü. M. ist der Tüllinger Berg ein wichtiges Naherholungsgebiet im Markgräfler Hügelland und ein spannender Aussichtspunkt zwischen Lörrach, Weil am Rhein und Riehen. Im Untergrund des Tüllinger Berges befinden sich in regelmässigem Wechsel wasserdurchlässige Kalkbänke und wasserundurchlässige Mergeltone. Über weite Bereiche liegt darüber Löss und Lösslehm, ein vom Wind hintransportiertes eiszeitliches Sediment. Auf diesem sind tiefgründige, fruchtbare Böden entstanden, welche für die Landwirtschaft gut geeignet sind. Verschiedene Orte auf dem Tüllinger Berg ermöglichen einen einmaligen Rundblick. Von Wiesental und Dinkelberg im Osten über die Jurakette und den Bruderholzrücken im Süden bis zum weiten Oberrheintal mit den Vogesen im Westen und Norden ist die Aussicht atemberaubend.

Nutzungskonflikte und Schutz der einmaligen Landschaft

Der Tüllinger Berg ist deshalb ein beliebtes Naherholungsgebiet. Erholungssuchende kommen zum Spazieren oder zur sportlichen Betätigung. Sie lassen sich zum Picknick nieder, geniessen die Aussicht oder veranstalten Feste. Bisweilen entstehen durch diese Aktivitäten Konflikte mit Rebbauern, Landwirten und Kleingärtnern, aber auch mit dem Naturschutz. Um die Vielfalt und Eigenheit der Kulturlandschaft am Tüllinger Berg zu erhalten, wurde bereits 1959 ein grosser Teil davon als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Zur Förderung der gefährdeten Vögel ist der Tüllinger Berg auch Naturschutzgebiet. Um die Eigenart der Natur am Tüllinger Berg nicht nur zu schützen, sondern den Menschen auch daran teilhaben zu lassen, ist eine sorgfältige Koordination der verschiedenen Nutzungen wichtig. Da ist es auch wichtig, dass jeder Erholungssuchende respektvoll mit den anderen und mit der Natur umgeht.

Siedlungen im Wiesental

Hinter der kleinräumigen Kulturlandschaft am Tüllinger Berg liegt im Nordwesten breit ausgeweitet das Wiesental, das vom Siedlungsgebiet der Stadt Lörrach beherrscht wird. Aus dem Wald hebt sich auf der rechten Talseite markant das Röttler Schloss hervor. Auch auf der linken Seite des Wiesentals, dem Dinkelberg, herrschen Laubwälder vor. Auf dem Talboden im Vordergrund markiert der abrupte Übergang vom Siedlungsgebiet zum Grünland die Landesgrenzen. Die Wiese-Ebene in Riehen, Basel und Weil ist über weite Strecken nicht bebaut, weil sie in einer Grundwasserschutzzone liegt. Hier wird Trinkwasser für die Region Basel gewonnen. Während früher noch grossflächig Ackerbau betrieben wurde, ist heute in der Grundwasserschutzzone als landwirtschaftliche Nutzung nur noch Grünland zugelassen.

Kulturland und bewaldete Kuppen

Im Südosten liegt auf den Niederterrassen der Wiese das Siedlungsgebiet von Riehen. Zwischen dem Dorf und dem Wald befindet sich ein Gürtel, auf dem sich dank den Ablagerungen von Lösslehm fruchtbare Böden entwickelt haben. Dies ist auch heute noch ein wichtiges Ackerbaugebiet. Kleine Gärten, die zwischen dem Ackerland angelegt wurden, bilden ähnlich wie am Tüllinger Berg eine kleinräumige, strukturreiche Landschaft. In den Tälern des Dinkelberges verstecken sich kleine Ortschaften wie Inzlingen und Bettingen.

Basel und seine Agglomeration

Den grössten Raum im Tal nimmt die Stadt Basel mit ihrer Agglomeration ein. In den letzten 100 Jahren sind die einzelnen Siedlungsteile stark zusammengewachsen und die früher anhand der Grünflächen erkennbaren nationalen und kantonalen Grenzen sind verwischt. Einzig markante Gebäudekomplexe wie die Industriebauten im Norden Basels weisen auf die ungefähre Lage der Grenze hin. Die Aussenquartiere und Vororte von Basel erweisen sich aus der Vogelschau als erstaunlich gehölzreich. Auf den Anhöhen hinter der Stadt liegen die Lösslehmebenen des Bruderholzes und des Westplateaus und weiter hinten der markante, rund 800 Meter hohe Kamm des Blauens.

Oberrhein-Ebene

Im Westen und Nordwesten weitet sich des Rheintal auf und erreicht eine Breite von bis zu neun Kilometern. Die vorgelagerten Ausläufer des Sundgauer Hügellandes sind nur schwach zu erkennen vor den steil aufsteigenden Bergen der südlichen Vogesen. Während am Tüllinger Berg bereits die Weinbergtulpen und die Gemeine Bisamhyazinthe blühen, ist auf den höchsten Kämmen des Mittelgebirges noch bis in den Mai Schnee zu erkennen, ehe auch dort die Vegetationsperiode einsetzt. Weiter nach Norden erscheinen die näheren Erhebungen des Markgräfler Hügellandes mit grossflächigen Rebhängen. Diese bedecken die Flanken bis zum Tüllinger Berg.
DK / CA

Karten

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Weiterführende Links

Literatur

  • Moor Max: Einführung in die Vegetationskunde der Umgebung Basels, Lehrmittelverlag des Kantons Basel-Stadt, Basel 1962.

Tabellen

Tüllinger Berg: Flächenanteile Lebensräume