Sulzchopf

Der Sulzchopf ist ein stadtnaher Aussichtspunkt mit einem eindrücklichen Panorama, der viel besucht wird. Mit seinem Steinbruch und der nach der Schliessung anfangs des 20. Jh. entstandenen artenreichen Flora stellt er eine Besonderheit dar.




Der Aussichtspunkt und das Panorama

Der Sulzkopf ist für seine Aussicht berühmt. Der einmalige Ausblick inspirierte im Verlaufe der Jahrhunderte viele Maler und Fotografen. So ist eine eindrückliche Bilderreihe entstanden, welche die grossen Veränderungen der Landschaft zeigt. Seit langem und auch heute noch ist der Sulzchopf ein beliebtes Ausflugsziel. Nicht von ungefähr hat die Bürgergemeinde Muttenz dort eine Hütte errichtet, welche stark frequentiert wird. So treffen sich jedes Jahr auf dem Sulzchopf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Banntages von Muttenz.
Der Blick vom Sulzchopf bietet im Vergleich zu den Rundumpanoramen nur einen Blickwinkel von 90°. Er reicht vom Wasserturm auf dem Bruderholz im Nordwesten bis Schweizerhalle/Pratteln im Nordosten. Direkt zu Füssen des Sulzchopfes liegt das Tal des Rietmattbächli sowie Zinggibrunn/Laahallen mit dem Wartenberg.
Der Dorfkern von Muttenz liegt genau dort, wo der Riedmattbach, jetzt Dorfbach genannt, vom Tafeljura ins Hochrheintal mündet. Vom Aussichtspunkt aus sind das Hochrheintal und die Oberrheinische Tiefebene als Häusermeer beziehungsweise Siedlungsband erkennbar. Hinter dem Wartenberg und dem Hochrheintal schliesst sich die Hochfläche des Dinkelberges an, welche im Westen mit dem Grenzacher Hornfelsen endet.
Den Horizont im Nordosten bildet der Schwarzwald mit dem Blauen (1414 m ü. M.) als markantem Abschluss gegen den Rheingraben, in den der Schwarzwald etwas weiter westlich übergeht. Die Hügel des Markgräfler Hügellandes enden im Westen mit dem von Weitem sichtbaren Isteiner Klotz. Weiter westlich folgen in grösserer Entfernung und nur bei guter Sicht erkennbar die Vogesen mit dem Grand Ballon (1424 m ü. M.).

Der Name Sulz

Ausser im Namen Sulzchopf ist der Begriff gleich mehrmals in der Gegend anzutreffen: Der Bauernhof Sulz, welcher in der Flur Sulz liegt, stammt aus dem 19. Jh. Das schweizerdeutsche Sulz entspricht in etwa dem hochdeutschen «Sülze» und bedeutet unter anderem «Salzbrühe, Salzlecke». Im Flurnamen verweist Sulz auf Salzquellen, aber auch auf sulzige, sumpfige, zum Teil verschmutzte Böden. Heute gehört der Hof der Saline Schweizerhalle, welche dort auch ein Salzbohrloch betreibt. «Ober Sulz» ist ein gewelltes, gegen Norden abfallendes Waldgebiet mit einem Wohnhaus auf einer Lichtung. Der kleine 1788 erbaute Hof wurde auch Steingrubenhaus genannt. In ihm wohnten der Grubenmeister und weitere Grubenarbeiter.

Der ehemalige Steinbruch Sulzsteingrube

Der Sulzchopf und die Steinbruchwand bestehen aus harten Kalken des Oberen Hauptrogenstein. Diese entstanden im Zeitalter des Doggers. Das Grubengebiet enthält heute viel Abraum. Schon im 15./16. Jh. wurde Kalkstein abgebaut. Der Steinbruch wurde im Jahr 1787 angelegt. Über ein Jahrhundert lang wurden hier Kalksteine abgebaut – Stufe um Stufe. So entstand die charakteristische treppenartige Terrassenlandschaft.
Zeitweise wurden die Steine mit einer Seilbahn bis zu einer Rampe geführt und dort auf die Steinwagen der Fuhrleute gekippt. Das Trassee der Seilbahn ist auf der Landeskarte als steiler Weg eingezeichnet und auch auf Luftaufnahmen heute noch als Geländelinie sichtbar. Die massiven Kalke aus der Sulzsteingrube waren früher begehrte Bausteine. Viele Bauten in Basel sind damit erstellt worden. Mit der aufkommenden Betonbauweise zu Beginn des 20. Jh. fand jedoch der bewährte Baustoff keine Verwendung mehr. Deshalb wurde die Sulzsteingrube im Jahre 1918 stillgelegt.
Ähnlich wie der Sulzchopf wurden auch die Gebiete Chlosterchöpfli und Winterhalle als Steinbruch genutzt. Im Gegensatz zum Sulzchopf wurden dort Auffüllungen in Form von Deponien vorgenommen. Der Ablagerungsstandort Chlosterchöpfli wurde im Zeitraum 1966–1971 genutzt. Nach Kataster ist dieser Standort mit Schadstoffen belastet und bedarf weiterer Untersuchungen.

Das Naturschutzgebiet Sulzchopf

Nach der Nutzung als Steinbruch hat wie an vielen anderen Orten die Natur wieder Besitz vom Gelände ergriffen. Relativ schnell hat sich ein ausserordentlicher Artenreichtum eingestellt. Deshalb wurde die Grube 1972 unter kantonalen Schutz gestellt.
Heute existiert ein lichter Föhrenbestand. Föhren beschatten den Boden weniger stark als Buchen, welche wegen des felsigen Untergrundes nicht Fuss fassen konnten. Der heute parkartige Charakter ist durch Pflege entstanden, die sich auf Naturschutzziele ausrichtet. Vom Aussichtspunkt aus kann man die Reste von zwei noch erhaltenen naturnahen Lebensräumen erkennen: die beiden Naturschutzgebiete am «Wartenberg» und in der «Rütihard-Rothallen».
HPM

Karten

Luftbilder

Verwandte Themen

Weiterführende Links

Literatur

  • Bitterli-Brunner Peter: Geologischer Führer der Region Basel, Birkhäuser, Basel 1987.
  • Liebendörfer Helen und Meier Hanspeter (Hrg.): Muttenz zu Beginn des neuen Jahrtausends, Heimatkunde, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2009.darin: Imbeck Paul: Sulzgrube, S. 64-66.
  • Muttenz, Namenbuch der Gemeinden des Kantons, Stiftung für Orts- und Flurnamen-Forschung Baselland, herausgegeben von der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung, Liestal 2004.