Buus

Buus ist mehrheitlich ein bäuerlich geprägtes Acker- und Weinbauerndorf. Die Gemeinde liegt etwas abseits von wichtigen Verkehrswegen. Deshalb haben sich keine Industrie und im Vergleich zu anderen Gemeinden nur wenige Neuzuzüger niedergelassen.




Buus liegt im Tafeljura

Das Dorf liegt inmitten einer ausgeräumten Mulde des Muschelkalkes in der Talsohle des Buusnerbaches und wird durch teilweise steil abfallende Ausläufer der umliegenden Berge begrenzt. Aus allen Richtungen treffen hier kleine, teilweise schluchtartig eingetiefte Tälchen zusammen. Zu Beginn des 20. Jh. floss der Dorfbach noch offen durch das ganze Dorf. Im Rahmen der 1905 erfolgten Vergrösserung des Schulplatzes wurde der Buusnerbach auf diesem Wegstück eingedolt. Im Laufe der Zeit erfolgte dann die Eindolung bis zum letzten Haus des alten Dorfes.
Unterhalb des alten Dorfes im Bereich Sellmattstrasse, Weiherfeld (Hellikerstrasse) hat der Bach ein geringes Gefälle. Das führte dazu, dass dort das Land immer mehr versumpfte. 1901 erfolgten eine Drainage dieser versumpften Felder und eine Korrektion des Dorfbaches. Ausserdem mussten die Felder alle neu parzelliert und mit neuen Wegen versehen werden. Damit stand einer Siedlungsausdehnung vor allem entlang der Ausfallstrassen nichts mehr im Wege. Die steilen Wiesenhänge mit zahlreichen Obstbäumen sind unverbaut geblieben.
Es gab aber noch weitere Entwässerungen und Eindolungen, so 1911 hinteren Wäng und äussere Allmend, 1941/42 Rothmatt–Leimen–Erzmatt, 1942/43 Eigenried sowie 1970 die Eindolung des Krebsenbächleins.
Die um Buus liegenden steilen Böschungen bestehen aus (Haupt-)Muschelkalk und sind meist bewaldet. Das darüber liegende Wies-Ackerland liegt auf Trigonodumusdolomit (Oberer Muschelkalk) oder weitgehend auf Gehängeschutt. Die Tafel ist hier durch mehrere Nord-Süd verlaufende Brüche gestört und ist gekennzeichnet durch eine Horst/Graben-Struktur. Der darüberliegende weiche Keuper ist weitgehend ausgeräumt. Auf der nächsten südlich folgenden Tafel sitzt zuoberst isoliert der bewaldete Doggerberg Farnsberg, der aus Rogenstein besteht.

Weinbau spielte immer wichtige Rolle

«Dises Dorf hat einen guten Ackerbau, Viehzucht und auch Weinwuchs», (Bruckner S. 2386)
Der Weinbau wurde und wird an südexponierten Hängen betrieben. Das Klima in Buus ist wegen der eingeschlossenen Tallage wärmer als in den weiten offenen Tälern. Die Vegetation treibt früher aus und auch die Durchschnittstemperatur ist etwas höher.
Der Weinbau ist seit dem 13. Jh. dokumentiert. Schon Meyer trägt in seiner Skizze von 1680 ein R für Reben ein und zwar im Paradies, im Kirchgarten, in Lewig, in Sommerstall und in Brunn. 1862 betrugt die Rebfläche 30 Jucharten (1 J = 36 Aren). Schlechte Witterungsverhältnisse, falscher Mehltau sowie billige Konkurrenzweine aus dem Ausland bewirkten in der zweiten Hälfte des 19. Jh. einen Rückgang des Weinbaus. Um 1950 betrug die Rebfläche nur noch vier Hektaren. Heute ist sie wieder auf acht Hektaren gestiegen. Die Hälfte der Fläche wird von Kleinproduzenten bewirtschaftet, welche im Weinbauverein zusammengeschlossen sind.

Ein Bauernhaus aus vergangenen Zeiten

Im Mittelalter und bis in 17. Jh. war das Ständerhaus der vorherrschende Bautyp in unserer Region. Das letzte Haus auf der rechten Seite am alten Dorfausgang an Strasse nach Rickenbach ist das einzige Hochstudhaus in der Nordwestschweiz, welches erhalten ist. Es stammt aus dem 16. Jh. Noch 1908 war das Bauernhaus mit Stroh bedeckt. Das 1973 renovierte Ständerhaus dokumentiert somit die Entwicklung des Baus von Bauernhäusern.
Kennzeichnend für diesen Typ sind das tief herunterreichende Walmdach und die zwei Firstständer oder Hochstüde von 11 Meter Höhe. Diese mächtigen Holzstämme gehen vom Boden bis zum Dachfirst und tragen die ganze Last des Daches. Lange Balken, sogenannte Rafen, bilden die Dachhaut und ruhen unten auf dem Unterbau, dem eigentlichen Ständer.
Das Haus wurde im 18. Jh. nur noch als Ökonomiegebäude verwendet und zu diesem Zwecke verändert. Sein linker Teil wurde abgebrochen, in Stein neu aufgeführt und mit einem Satteldach in Sparrenkonstruktion bedeckt. Gleichzeitig erhielt auch der übrige Teil eine Steinmauer, die an der Strassenecke durch einen Erdbebenpfeiler verstärkt wurde.
Neue Verordnungen förderten den Steinbau und verdrängten wegen Brandgefahr und Holzmangel den Ständerbau und somit das Strohdachhaus.Jetzt begegnen sich hier am selben Haus zwei verschiedene Formen des Hausbaus: Der ältere Holzbau in Ständerkonstruktion mit Hochstüden und der jüngere Steinbau mit einem Sparrendach.
HPM

Karten

Luftbilder

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Weiterführende Links

Literatur

  • Bruckner Daniel: Versuch eine Beschreibung historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel, XX. Stück, 1761.
  • Graf Karl: Heimatkunde von Buus, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal, 1972.

Tabellen und Diagramme


Quellen: Bundesamt für Statistik 1850–2000 eidg. Volkszählung, Statistisches Amt Kanton Basel-Landschaft ab 2001 Fortschreibung

Quellen: Heimatkunde Buus, 1972, sowie Statistisches Amt Kanton Basel-Landschaft (2011)