Häfelfingen

Die turbulente Entwicklung, wie sie viele Baselbieter Gemeinden im Laufe der letzten hundert Jahre mitgemacht haben, ist an Häfelfingen beinahe spurlos vorbeigegangen. Die Bevölkerungszahl hat sich nie einschneidend verändert und somit wurde auch wenig gebaut. Häfelfingen hat sein altes Gesicht und damit seinen Charakter recht gut bewahrt.




Alte Kulturlandschaft

Das Taltrichterdorf liegt am Nordwestabhang des Wisenbergs in einem Seitental des Homburgertales. Augenfällig ist die teilweise erhaltene vielfältige Kulturlandschaft. So ist die Flur noch deutlich durch viele Hochstamm-Obstbäume geprägt. Neben dem Obstbau wird Gras- und Weidewirtschaft betrieben.
Umstrukturierungen in der Landwirtschaft haben jedoch auch hier stattgefunden. So finden wir im nahen Umfeld der Siedlung kaum mehr Ackerbau. Dieser ist jedoch auf den Höhen noch teilweise vorhanden. Früher wurde an den Südost-Hängen noch Wein angepflanzt, wie die Flurnamen «Reben» und «In den Reben» bezeugen.Lange Zeit war die Posamenterei Haupterwerbszweig der Bauern in Häfelfingen. So gab es im 19. Jh. bei etwas mehr als 300 Einwohnern rund 60 Posamenterstühle! 1942 existierten nur noch deren fünf oder sechs.

Bevölkerungsentwicklung als Spiegelbild der Raumentwicklung

Der Bevölkerungsgang von Häfelfingen – vor allem im Vergleich zu den benachbarten Tafeldörfern Känerkinden und Wittinsburg – ist Spiegelbild der gesamten Raumentwicklung. Im Jahre 1888 lebten am meisten Menschen in Häfelfingen, deutlich mehr als in den erwähnten Nachbargemeinden.
Nach dem Höhepunkt ging die Bevölkerung bis 1960 um beinahe 40 % zurück, in Känerkinden im Gegensatz dazu nur um 15 %. Seit den 1960er-Jahren wuchs die Bevölkerung bis heute wieder um fast 40 %, erreichte aber den Höchststand von 1888 in keiner Weise. Känerkinden wuchs in diesem Zeitraum um circa 140 % und Wittinsburg um ca. 110 %. Heute ist Häfelfingen nach Hemmiken mit 273, Burg i.L. mit 257, Nusshof mit 250, Liedertswil mit 167 und Kilchberg mit 156 Einwohnern die sechstkleinste Gemeinde in Baselland.

Das Dorf behält sein Aussehen

Um 1680 bestand das Dorf nur aus strohbedeckten Holzständerbauten. Im 18. und 19. Jh. wurden alle Häuser neu gebaut. Innerhalb des Etters standen sie einzeln längs der Dorfstrasse. In den 1940er-Jahren zählte man nur 30 Häuser. Die doch etwas abgeschiedene Lage verhinderte einen starken Zuwachs der Bevölkerung wie zum Beispiel in Wittinsburg und als Folge davon fand keine bauliche Verdichtung im Dorfkern statt.
Doch auch in Häfelfingen sind neue Einfamilienhäuser entstanden,so etwa das Quartier Weid am Südosthang. Die Bauzone ist klein und verhindert eine weitere Überbauung. Im Gegensatz dazu sind die Bauzonen der auf der Tafelfläche liegenden Gemeinden Wittinsburg und Känerkinden viel grosszügiger angelegt. Auch ist die Lage dieser beiden Gemeinden offenbar viel attraktiver, da sie auf der Westseite bei Diegten an die Autobahn angeschlossen sind. Fazit: Häfelfingen hat durch die besondere Entwicklung der Bevölkerung als eine der wenigen Gemeinden im Baselbiet sein einstiges, ländliches Gesicht relativ gut bewahrt.

Bad Ramsach - ein altes Bad

Der Name Ramsach stammt von «Ramsen», ein anderer Name für Bärlauch. Bärlauch blüht jeden Frühling im Wald rund um den Wisenberg in grossen Beständen. Die wechselvolle Geschichte des 1530 erstmals urkundlich erwähnten Bades ist durch Besitzerwechsel, Bauarbeiten und Übertretungen gegen Ordnung und Sitte geprägt. Der frühere Sommerbadebetrieb beruhte auf zwei Gipskeuperquellen am Nordhang des Wisenberges. Wie bei allen ländlichen Bädern gehörte auch hier neben einer Gaststube ein beachtlicher Landwirtschaftsbetrieb dazu. Mitte des 18. Jh. erfolgte ein vollständiger Umbau zu einem Herrensitz mit Landwirtschaft und französischem Garten. Die Lage der Kulturlandfläche auf über 700 Meter Höhe erlaubte vorwiegend Weidewirtschaft und der Ramsach gehörte bis ins 20. Jh. zu den Alphöfen. 1966 fiel das frisch renovierte Kurhaus einem Grossbrand zum Opfer. Ein Jahr später wurde Bad Ramsach in seiner heutigen Form neu eröffnet.
HPM

Karten

Luftbilder

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Weiterführende Links

Literatur

  • Suter Peter: Baselbieter Jura, Geographischer Exkursionsführer der Region Basel, Bd. 11, 1983.

Tabellen und Diagramme

Quellen: Bundesamt für Statistik 1850–2000 eidg. Volkszählung, Statistisches Amt Kanton Basel-Landschaft ab 2001 Fortschreibung