Hégenheim

Hégenheim liegt an der Grenze des Sundgauer Hügellandes zum Rheingraben. Die Siedlung ist eng mit der Entwicklung von Allschwil und Basel verbunden. Basler wohnen in Hégenheim und Hégenheimer pendeln nach Basel zur Arbeit.




Hégenheim liegt an der Grenze Sundgau-Oberrheinische Tiefebene

Hégenheim liegt auf einem Schwemmkegel beim Durchbruch des Lertzbaches (früher Mühlbach ) aus dem Sundgauer Hügelland auf die Niederterrasse der Oberrheinischen Tiefebene. Der Bach fliesst weiter nördlich teilweise kanalisiert durch St-Louis und anschliessend in das Gewässersystem der alten Rheinarme und in die Petite Camargue Alsacienne.
Das ursprüngliche Haufendorf hat sich entlang der Strassen flächenhaft in Richtung Hésingue, Allschwil sowie Basel ausgedehnt. Eine starke Entwicklung gab es nach Südosten in Richtung Buschwiller. Beliebt für Einfamilienhausbesitzer sind die Anhöhen des Hengelebergs in nördlicher Richtung. Dort lagen früher ausgedehnte Rebberge. Heute wird noch etwas Ackerbau betrieben, doch verschlingt der Siedlungsdruck unwiederbringlich immer mehr Landwirtschaftsland. Die nach Südwesten gerichtete Hanglage ist wegen der Sonnenlage bevorzugt und zieht sich grossflächig weiter Richtung Buschwiller.
Die Hügel des Rosenberges sind nach Norden gerichtet und nur an den Abhängen besiedelt. Auf dem Hügel wird bis zur Schweizer Grenze Landwirtschaft betrieben. Die Allschwiler Seite des Rosenberges ist eine bevorzugte Wohnlage und bis zur Grenze gänzlich mit Einfamilienhäusern überbaut. Heute ist Hégenheim sowohl mit Allschwil wie auch mit Neuallschwil siedlungsmässig eng verbunden. Hégenheim ist für einige Basler als Wohngemeinde attraktiv geworden. Umgekehrt pendeln die Hégenheimer nach Basel zur Arbeit.

Der jüdische Friedhof für die ganze Region

Zuerst darf man nicht vergessen, dass den Juden der Aufenthalt in den Städten Europas bis ins 19. Jh. verboten war, mit wenigen Ausnahmen war den Juden die Niederlassung sogar in der gesamten Eidgenossenschaft untersagt. Die rechtliche Gleichstellung als Bürger erreichten die Juden in der Schweiz zwischen 1866 und 1874.
Bevor 1903 der israelitische Friedhof in Basel eröffnet werden konnte, mussten die Juden in der Region Basel ihre Toten im elsässischen Hégenheim bestatten.
1673 verkaufte der Junker von Hégenheim «Achilles de Barenfels» den Juden Land auf dem sie ihren Friedhof errichten konnten.Von da an bestatteten die Juden aus der ganzen Region, auch aus Basel, ihre Toten auf dem Friedhof von Hégenheim.
In der Folge wurde der jüdische Friedhof mit seinen etwa 7000 Gräbern sehr bekannt. Ausserdem wurde 1821 die Hégenheimer Synagoge errichtet. Sie diente aber schon ab 1874 als jüdisches Altersheim. Heute ist das Haus in einem fortgeschrittenen Verfallszustand. Der Friedhof lag ursprünglich weit ausserhalb des Dorfes am Weg nach Hagenthal-le Bas. Heute liegt er direkt am Siedlungsrand. Der parkähnliche Friedhof mit seinen alten Bäumen ist Teil der früheren Kulturlandschaft.
HPM

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Weiterführende Links

Literatur

  • Berger Andreas: Allschwil-Hégenheim, ein Vergleich ausgewählter Aspekte des kommunalen Lebensraumes, Allschwiler Schriften zur Geschichte, Kultur und Wirtschaft Heft 4, 1987.

Tabellen und Diagramme