Hülftenschanz

Der Eingang zum Ergolztal erhielt seine historische Bedeutung durch die Schlacht von 1833, die zur Trennung des Kantons Basel in die Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft führte.




Lage und Name

Die Hülftenschanz liegt westlich der Ergolz im Dreieck Pratteln, Augst und Frenkendorf am Eintritt des Ergolztales ins Hochrheintal. Während der Riss-Eiszeit stiess der Rhône-Aaregletscher über die Jurahöhen bis hierher vor. In der Würm-Eiszeit blieb die Gegend eisfrei. Die Ergolz und das Hülftenbächli präparierten den Niederterrassensporn, auf dem die Schanz lag, heraus. Beim Denkmal sind die Hochterrassenschotter der Riss-Eiszeit, teilweise zu Nagelfluh verkittet, sichtbar. Der Geländesporn liegt im Gebiet des maximalen Riss-Gletschervorstosses, der das Weiherbächli/Hülftenbächli an den Talrand drängt (Alter: 200 000–100 000 Jahre).
Der Name Hülften leitet sich vermutlich von einer dort vorkommenden Pflanze ab, dem Wolligen Schneeball (Viburnum lantana), der auch Wasserholunder oder im Dialekt «Wyssi Hülftere» genannt wird. Verkehrstechnisch ist die Hülftenschanz von Basel und von Augst aus der Zugang zum Ergolztal und zu den Hauenstein-Pässen ins schweizerische Mittelland und damit strategisch bedeutsam.Die strategische Bedeutung schlägt sich auch im Namen Hülftenschanz nieder – Schanze bedeutet Befestigungswerk und so leitet sich der Name auch von einer «Feldschanze an der Hülfte» ab. Diese Feldschanze stand bis etwa Mitte des 19. Jh. an der Stelle, wo heute ein Bauernhof an der Geländekante steht. Im Zweiten Weltkrieg wurde genau dort wieder eine Sperre mit einem Infanteriewerk gebaut und als Scheune getarnt.
Auf allen Ausgaben der Siegfriedkarte von 1878 bis 1955 ist der Name Hülftenschanz am Ort der ehemaligen Feldschanze eingetragen. Auf der Erstausgabe der Landeskarte 1:25 000 von 1955 findet sich an gleicher Stelle der Begriff Hülften, in der Ausgabe 2006 wird der Hülftenhof erwähnt. Dagegen findet sich ab 1955 etwas südwestlich der Name Hülftenschanz, der laut Auskunft des Kartenhistorikers Martin Rickenbacher den Ort des Denkmals für die Schlacht an der Hülftenschanz bedeutet. Die Bedeutung des Begriffs Hülftenschanz hat sich verändert und die Bedeutung ist von der «Feldschanze» auf den Ort der Schlacht von 1833 übergegangen – die historische Bedeutung des Ereignisses manifestiert sich der Bedeutungsverschiebung eines Namens (siehe dazu die Kartenlinks unten).

Aufschüttung, Ausbaggerung, Kiesabbau

Die Gegend um die Hülftenschanz erfuhr durch Landaufschüttung und hauptsächlich durch verkehrstechnische Massnahmen grosse Veränderungen. Im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten zum Bau der Umfahrungsstrasse H2 und der umfangreichen Bewegungen von Erdreich wurden auch Grabungen durchgeführt. Dabei kamen in der Nähe des Hülftenbächleins einige Ziegelbruchstücke und Keramikfragmente aus römischer Zeit zum Vorschein, die aus einer Verlagerung von Material stammen, das von einem Bauern in den 1960er-Jahren zur Erweiterung seines Kulturlandes abgelagert wurde.
Für den Bau der Umfahrungsstrasse H2 wurde in der Gegend unterhalb des Hülftenhofs stark in das Landschaftsbild eingegriffen. Ein Kreisel verbindet die Zufahrten zur Umfahrungsstrasse nach Liestal, Pratteln und Füllinsdorf.
Auf dem Gebiet, auf dem die Schlacht von 1833 vermutet wird, wurde lange Kies abgebaut. Baselbieter Patrioten verhinderten schliesslich den weiteren Kiesabbau an der historisch bedeutsamen Stelle. Heute liegen unterhalb des Denkmals ein Containerterminal und ein Robinsonspielplatz, südlich des Denkmals Schrebergärten.
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Karten

Verwandte Themen

Weiterführende Links

Literatur

  • Bitterli-Brunner, Peter: Geologische Führer der Region Basel, Birkhäuser, Basel 1987.
  • Marti, Reto: Grabungen und Bauuntersuchungen, in: Jahresbericht Archäologie Baselland 2008.