Orisbach

Der Orisbach fliesst auf der Grenze zwischen dem Kanton Solothurn und Basel-Landschaft mehrheitlich in grosszügigen Mäandern nach Liestal und von dort durchs Siedlungsgebiet zur Ergolz. Von den früher reichhaltigen Lebensräumen sind heute nur wenige Reste erhalten geblieben. Dank der Ableitung des Abwassers in Kläranlagen ist mit einer Verbesserung der Wasserqualität zu rechnen.




Grenzgewässer

Der Orisbach entwässert im Tafeljura ein 20,8 Quadratkilometer grosses Grenzgebiet der Kantone Solothurn und Basel-Landschaft. Er entsteht als Zusammenfluss des Bürener Dorfbachs und des Ruestelbachs. Auf etwa zwei Dritteln seiner Strecke bildet das Fliessgewässer die Kantonsgrenze. Der Talboden ist flach und bis kurz vor Liestal landwirtschaftlich geprägt. Während das Gewässer zwischen Büren und Lupsingen an den Waldrand verlegt worden ist, zeichnet es weiter unten seine grosszügigen Mäander auf die flache Talsohle. Nach knapp sieben Kilometern mündet das Gewässer in Liestal in die Ergolz.

Wertvolle Feuchtgebiete

Kurz vor der Strasse nach Lupsingen befindet sich das Quellgebiet Stegmatt, in dem sich über eine Strecke von rund 100 Metern eine breite Wasserpflanzen- und Hochstaudenflur ausgebildet hat. Die Fläche ist Lebensraum typischer Kleintiere der Quellen und Wiesenbäche. Früher war der ganze Talboden feucht und sumpfig. Kurz vor der Orismühle ist davon ein kleines bestocktes Sumpfgebiet erhalten geblieben und immer wieder durchqueren einige Gräben das Wiesland zwischen Talfuss und dem Gewässer. Sie dienen jedoch der Entwässerung. Der Talboden im Oberlauf wird noch heute zeitweilig überschwemmt. Bei einem Hochwasser flossen 1999 insgesamt 13,6 Kubikmeter pro Sekunde im Gerinne, das durchschnittlich 0,3 Kubikmeter pro Sekunde führt und im Sommer fast austrocknet. Der Spinnlerweiher befindet sich rechtsufrig am Rand des Siedlungsgebiets von Liestal. Er gehörte zur früheren Tuchfabrik Spinnler und ist heute ein Naturschutzgebiet von lokaler Bedeutung. Zwischen der Altstadt Liestals und dem Bahnhof existierte früher sogar ein kleiner See mit Sumpf. Dieser wurde 1799 trockengelegt.

Nützlicher Bachlauf

Die Orismühle wurde im 13. Jh. erstmals erwähnt. Sie diente als Kornmühle und ist heute nicht mehr in Betrieb. In der Fischzuchtanstalt Orishof werden Regenbogenforellen gezüchtet. Gleich anschliessend durchquert der Bach das Industriegebiet von Liestal, wo er 1980 wegen des Ausbaus der Firma Knoll an den östlichen Talrand verlegt und aufgewertet wurde. Weiter in Fliessrichtung zweigt ein alter Kanal ab, das Schwieribächli. Vom Mittelalter bis ins 19. Jh. wurde darin Wasser zu den Mühlen in der Stadt geleitet. Das Wasser wurde auch als Trinkwasser genutzt. Heute speist das Wasser zwei kleinere Weiher.

Beeinträchtigte Fischbestände

Der Orisbach gehört zur Forellenregion. Die Gewässerqualität nimmt jedoch von oben nach unten ab. Wegen des künstlichen Wasserfalls in Liestal ist das Gewässer isoliert und eine Aufwanderung der Fische aus der Ergolz wird verunmöglicht. Die Fischfauna ist deshalb verarmt. Als einzige Fischart kommt die Bachforelle vor. Sie kann im unteren Bachabschnitt aber nur dank dem kontinuierlichen Besatz durch die Fischer überleben. Gelegentlich fängt man im Orisbach auch Regenbogenforellen, die aus der Fischzuchtanstalt entwischt sind.

Verbesserung der Wasserqualität

Die Wasserqualität war aufgrund der Einleitung von gereinigtem Abwasser lange Zeit unbefriedigend. Die Abwässer von Nuglar, St. Pantaleon und Büren werden seit 2006 respektive 2007 nicht mehr in einer örtlichen Kleinkläranlage gereinigt, sondern in die ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf abgeleitet, wodurch die Behörden eine Verbesserung der Wasserqualität im Orisbach erwarten. Diese Massnahme ist eine wichtige Voraussetzung für eine Aufwertung der Weiher im Gebiet und für eine Erholung der Fisch- und Kleintierbestände im Orisbach selbst.
DK / DS

Karten

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Weiterführende Links

Literatur

  • Ewald Jürg und Ott Lukas: Liestal – eine neue Heimatkunde, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2004.