Exkursion Blattepass

Rebbau in der Klus – Blattepass – Spuren ehemaliger Nutzung
Am Westrand der Siedlung von Aesch erreicht man nach ein paar Fettwiesen mit Obstbäumen die Klus mit ihren ausgedehnten Rebflächen am südexponierten Chlusberg. Es folgen die Reben beim Tschöpperli, bevor man nach einem kurzen Waldstück den Blattepass als höchsten Punkt der Exkursion erreicht. Auf der Ebene um Nenzlingen auf der Blauen-Südseite lassen sich noch alte Strukturen der Dreizelgenwirtschaft erkennen.
Route
Aesch – Klus – Tschöpperli – Blattepass – Oberfeld / Nänzligeweid – Nenzlingen – Usserfeld / Gobewald – Grellingen
Dauer
Ein halber bis ein ganzer Tag, Gehdistanz: 10,5 km
An- und Rückreise
Hinfahrt mit Bahn S3 nach Aesch (Fahrt Basel SBB – Aesch 11 Minuten)
Rückfahrt mit Bahn S3 von Grellingen (Fahrt Grellingen – Basel SBB 18 Minuten)
Hansjörg Schmassmann, Nenzlingen von Chastelhöhe aus, 06.02.1994, Farbfotografie, Staatsarchiv Basel-Landschaft, STABL_PA6281_BL13_02.
Grundlagen
Material zum Mitnehmen
Landeskarte 1:25"000, Blatt 1067
Bilder
Bauerndorf Aesch anno 1906: Bahnhofstrasse Aesch
Klus Aesch 1937 von Höflinger
Rebmauern mit und ohne Mörtelfugen
Einteilung der Dreizelgenwirtschaft in Nenzlingen: Aubry 1768-1780
Verlauf
  1. Wandel des Dorfes Aesch von einem Bauern- und Winzerdorf in eine Agglomerationsgemeinde. Suche den heutigen Standort der Aufnahmen «Bahnhofstrasse Aesch» von 1906.
  2. Am Siedlungsrand von Aesch beginnt das Agrarland mit Fettwiesen und einzelnen Obstbäumen. So nah an Wohnsiedlungen gelegene Bauernhöfe betreiben oft auch Selbstvermarktung mit ihren Produkten in einem Hofladen.
  3. Wo sich in Pfeffingen die Siedlung noch nicht ausgebreitet hat, wird noch Ackerbau betrieben.
  4. Am Waldrand des Chlusberges befindet sich der kleine Steinbruch «Rebackergrube».
  5. Im Rebbaugebiet Klus werden Reben verschiedener Sorten angebaut. Dabei entfallen 70% der Fläche auf rote Trauben, 30% auf weisse.
  6. Ausblick über die Klus, in der intensiv Rebbau betrieben wird. Man vergleiche hier die Fotografie von Höflinger aus dem Jahre 1937 vom gleichen Standort, insbesondere die Landschaft im Hintergrund mit den zahlreichen Obstbäumen.
  7. Die Nutzung des Pferdes wandelte sich vom landwirtschaftlichen Zugtier zum freizeitlichen Reittier. Auf dem Klushof wird eine kommerzielle Pferdepension betrieben.
  8. Rebmauern bieten je nach Ausgestaltung mehr oder weniger Lebensräume für Tiere und Pflanzen. In der Klus sind Rebmauern, die ohne Mörtel geschichtet wurden, erhalten geblieben
  9. Mit dem Übergang über den Blattepass beginnt der Abstieg auf die Südseite der Blauenkette. Der Blattepass war lange Zeit ein wichtiger Übergang.
  10. Beim Punkt 466 erreicht man wieder landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Hier beginnt auch der Bienenpfad mit anschaulichen Informationstafeln.
  11. Das mässig steile Gelände der Nenzlinger Weide dient seit Jahrhunderten als naturnahes Weideland.
  12. Die Honigbiene spielt in der landwirtschaftlich genutzten Fläche eine überaus wichtige Rolle.
  13. Der Arzneipflanzenanbau ist eine landwirtschaftliche Nischenproduktion in der Region. Die Laufener Firma Ricola betreibt hier einen Schaugarten.
  14. Auf der flachen Ebene um Nenzlingen wird Acker- und Obstbau betrieben. Der moderne Aussiedlerhof ist seit 2005 auf der Landeskarte eingezeichnet.
  15. Rund um Nenzlingen ist die ehemalige Flureinteilung der Dreizelgenwirtschaft noch heute zu erkennen. Die Bezeichnungen «Oberfeld», «Underfeld» und «Usserfeld» finden sich immer noch auf der modernen Landeskarte. Der asphaltierte Blauenweg bildete früher die Grenze zwischen dem «Oberfeld» und dem «Underfeld».
  16. Nenzlingen ist ein altes Bauerndorf. Die Güterzusammenlegung wurde erst 1981 nach 40 Jahren abgeschlossen.
  17. Das Gebiet des Gobenwaldes wurde vermutlich im 16./17. Jh. gerodet und als hangparallele, schmale Parzellen als Gaben (Goben) den Dorfbewohnern zur Verfügung gestellt. Bereits im 18. Jh. liess man die unrentable Fläche wieder natürlich bewalden. Die Grenzsteine der Ackerstreifen sind noch erkennbar.
  18. In diesem Bereich ist die Nenzlinger Weide mit grossen alten Eichen bestanden. Es dürfte sich um ein Überbleibsel einer Wytweide handeln.
BE
 
Interaktive Routenkarte
Swisstopo, Route Exkursion Blattepass, Landeskarte 1:25"000, 2012.