Exkursion Drei-Länder

Von Kleinhüningen über Weil/Friedlingen nach Huningue

Um 1900 nahmen die drei Siedlungen jeweils nur wenig Raum ein. Jede hatte ihre eigene, zu den anderen zwei ganz unterschiedliche Geschichte und Entwicklung. Die Grenzlage im Dreiländereck und am Rhein spielte verkehrstechnisch jedoch schon immer eine ganz wichtige Rolle. Kleinhüningen, Friedlingen und Huningue erlebten mit dem starken Aufkommen von Industrie und Gewerbe einschneidende Veränderungen. Heute sind die drei Siedlungen Teil des geschlossenenen Siedlungsbandes der Agglomeration Basel.

Route
Dorfstrasse – Kronenplatz – Schulgasse – Friedhofsgasse – Weilerweg – Hiltalingerstrasse – Dreiländerbrücke – Rue de France – Place Abbatucci – Rue Barbanègre – Rue des Floralies – Quai de la République – Dreiländerbrücke

Dauer
Ein halber Tag, Gehdistanz: 4,0 km

An- und Rückreise
Hinfahrt: Tram 8 bis Haltestelle Kleinhüningen, Rückfahrt: Tram 8 ab Haltestelle Dreiländerbrücke

Flugbild Kleinhüningen und Rheinhafen, Schleppschiffahrtsgenossenschaft, 25.03.1926, Schwarzweiss-Fotografie, Staatsarchiv Basel-Stadt, BALAIR 2002B.

Grundlagen

Bilder
Emanuel Büchel. Kleinhüningen, 1750 |Flugbild um 1895 |Flugbild um 1900 |Schiffbrücke um 1900 |Schiffbrücke mit den Brückeköpfen Huningue und Friedlingen, 1934 |Rheinufer und -hafen 1930 |Industrie fasst Fuss, 1939 |strategische Eisenbahn-Rheinbrücke 1907 |Place Abbatucci |Tram in der Rue Abbatucci |Kanal mit Beniche, Wasserturm und Fabriken |

Verlauf

  1. Hochbergerplatz:
    Siedlungsgeschichte 1: ehemaliges Fischerdorf Kleinhüningen nahm um 1900 sehr wenig Platz ein. Durch den Bau des Rheinhafens verlor das Dorf seinen ursprünglichen Charakter. Es fand eine starke Durchmischung der Funktionen Wohnen, Produzieren und Transportieren statt.
    Dorfeingang, Lage, Funktionen: im Westen und Norden Hafenanlagen, im Osten Industrie- und Gewerbegebiet, Bonergasse verlief entlang Rheinbord, Bedeutung der Wiesekorrektion.
  2. Kronenplatz: historische Dorfentwicklung, Platz anstelle des ehem. Restaurants Krone, Zeilendorf, aufgereiht entlang der Dorfstrasse, Fortsetzung im Süden die Wiesebrücke (ehem. Steg), 1897–1923 Endstation Tram.
  3. Schulgasse: Reste alter Dorfkern, Veränderung des Siedlungsbildes durch den Bau der Hafenumschlagsanlagen. Historische Luftbilder von swisstopo dokumentieren den massiven Eingriff in die Bausubstanz von Kleinhüngingen und zeigen den Zustand vor und nach dem Bau des des Umschlaghofes Kleinhüningen.
  4. Kirche: Bau von 1710, symbolisiert Zentrum, Schulzentrum (seit 1973), vorher an der Schulstrasse.
  5. Clavel-Gut, Schifferhaus, Fischerhaus:
    Clavel-Gut: Der Landsitz stammt aus dem 18 Jh. und ging 1860 in den Besitz des Seidenfärberfabrikanten Alexander Clavel über. 1943 erwarb die Schweizerische Reederei AG das Gut und stellte dieses den Schiffern und speziell den jungen lehrenden Schiffern zur Verfügung. Bis 2017 war es ein Restaurant. Heute befindet sich ein privater Kindergarten im Gebäude.
    Fischerhaus Bürgin: Das Fischerhaus stand ursprünglich an der Schulgasse 27. Es gehörte der Fischerfamilie Bürgin, welche seit 1690 in Kleinhünignen nachweisbar ist. Das Fischerhaus wurde 1764/65 gebaut und 1804 um einen Stallteil mit Scheune erweitert. 1999 wurde das Haus abgebaut und am heutigen Standort aufgebaut.
    Wohnhaus Weilerweg 1: Einer der letzten Zeugen des alten Kleinhüningens. Das Haus ist schon auf der Zeichung Emanuel Büchel von 1750 abgebildet.
  6. Kleinhüningeranlage: Wohnbauen aus den 50er-Jahren, Durchgangsstrasse. Schon zwischen 1930 und 1960 existierten bis auf die Höhe der Kirche Tramgeleise für eine allfällige Verlängerung nach Deutschland,. Gegensatz alter/neuer Dorfteil.
    Hinweis: Vier typische Wohnhäuser
    1. vor 1880, 1–2 geschossige Bauten der Fischer, Bauern und Weber,
    2. ab ca. 1880: 4–5 geschossige Mietshäuser (Arbeiterwohnungen z. B. in Schulgasse),
    3. ab ca. 1900: Familienhäuslein mit Gärten (Rebweg, Schäferweg),
    4. ab ca. 1950: Sozialwohnungen und Wohngenossenschaften (Dorfstrasse, Kleinhüninger Anlage).
  7. Hiltalingerbrücke: Industrien und Hafenanlagen.
  8. Hafenbecken 1 und 2: Entwicklung und Bedeutung der Rheinschifffahrt, Eisenbahnverbindungen, Geothermieprojekt.
  9. Zollanlage: Bedeutung Zoll früher–heute, Neubau Zoll, Tram 8, alter Friedhof von 1882 (bei den Tankanlagen).
  10. Rhein Center:
    Siedlungsgeschichte 2: Im Jahr 1702, in der so genannten Schlacht von Friedlingen, wurde das damalige Schloss Friedlingen total zerstört und nicht wieder aufgebaut. Erst im 19. Jh. entstand durch Ansiedlung von Industrie das heutige Friedlingen. Eine grosse Gewerbe- und Industriezone sowie Hafenanlagen nehmen einen grossen Teil von Friedlingen ein.
    Einkaufszentrum: Rheinpark, Gewerbezone Schusterinsel.
  11. Dreiländerbrücke: Brücken, Verbindung, Schiffbrücke, Eisenbahnbrücke, Palmrainbrücke, Hafen Weil-Friedlingen, Stadtsilhouette.
  12. Rue de France: Neubauten (Aufwertung von Huningue), Projekt 3Land - ein gemeinsames Projekt der Städte Hunigue und Weil am Rhein, des Kantons Basel-Stadt sowie der Communauté de Commune des Trois Frontières (CC3F) und des Conseils Général Haut Rhin (CG68), siehe auch google-maps.
  13. Place Abbatucci:
    Siedlungsgeschichte 3: Kern des heutigen Huningue ist eine Vauban-Festung , welche auch heute noch die Siedlungsstruktur prägt. Die Stadt hat sich bis an die Gemeindegrenze ausgedehnt. Früher wie heute hatten die Brückenverbindungen für alle drei Orte eine wichtige Bedeutung.
    Ehemalige Bedeutung zentraler Platz, Neugestaltung und heutige Funktion.
  14. Rue Barbanègre: Festungsreste, Siedlungsstrukturen durch Festung vorgegeben.
  15. Rue des Floralies: Funktionsänderung des Kanals in Parc des Eaux-Vives, Erholungsfunktion des Kanals.
  16. Alte Schleuse: Bedeutung der alten Kanalschiffahrt, alte Tramlinie Basel–Huningue überquerte hier den Kanal und fuhr weiter Rue du Maréchal – rue de la libération – Rue Barbanègre – Bahnhof.
  17. Quai de la République: Veränderung der Hafenfront auf der rechtsrheinischen Seite, Rheinuferweg St. Johann BS – Huningue, Wasservögel.
  18. Rheinufer: Veränderung Rheinufer im Laufe der Zeit.

HPM

Interaktive Routenkarte

Swisstopo, Route Exkursion 3Länder, Landeskarte 1:25'000, 2012.