Exkursion Läufelfingen

Alte Wege, Strassen und Eisenbahn am Unteren Hauenstein – Schwerpunkt 19. Jh.
Der Untere Hauenstein hat seit jeher eine wichtige Rolle als Verkehrsverbindung über oder durch den Jura ins Mittelland gespielt. Die Exkursion zeigt einerseits die Entwicklung der alten Passstrasse vom Mittelalter bis heute, andererseits die Entwicklung der Hauensteinbahnlinie mit dem Scheiteltunnel und aus dem Bahnbau resultierenden Veränderungen.
Route
Bahnhof Läufelfingen – Mühle – alte Hauensteinstrasse – Karrengeleise am Hauenstein – alte Hauensteinstrasse – Passhöhe - Bahnhof Läufelfingen
Dauer
Ein halber Tag, Gehdistanz: 6 km, Höhenunterschied ca. 100 m
An- und Rückreise
Hinreise: S-Bahn Läufelfingen
Rückreise: S-Bahn ab Läufelfingen
Variante:
Fahrt mit S-Bahn bis Rümligen, Besichtigung des Eisenbahnviadukts, Fussmarsch (+ 3,2 km) oder Weiterfahrt mit S-Bahn nach Läufelfingen (die S-Bahn fährt nur jede Stunde)
Theodor Strübin, Sissach-Läufelfingen-Bahn, Hauenstein-Tunneleingang bei Läufelfingen, 1.5.1944, Museum.BL, Liestal, ST00207.
Grundlagen
Verlauf Hauptroute
  1. Bahnhof Läufelfingen: Entwicklung der Eisenbahn, Bau Hauensteintunnel (Scheiteltunnel)
  2. Alte Industriegeleise: Industrialisierung und Veränderung der Gewerbezone durch Entwicklung der Verkehrsträger
  3. Tunnelportal: Vergleich der verschiedenen Juradurchstiche bezüglich Lage und Verbindung, Länge, Scheitelhöhe usw.
  4. Alte Güterschuppen: stillgelegte Bahnareale und deren Nutzung
  5. Bahndamm: Aufschüttung und Zerschneidung des Dorfes
  6. Obere Mühle: Bedeutung und Wasserzufuhr der Mühlen, Baujahr 1250. Kurzer Gang auf andere Bahndammseite zur Eptingerstrasse 8: Häuserzeile bis an Bahndamm, Hafnerei (altes Handwerk)
  7. Karrengeleise 1: siehe Abb. 1 und 2 in Historische Verkehrswege 12.1 (pdf), Veranschaulichung von "Die Zeit, als die alte Landstrasse noch durch das Bett des Homburger Baches verlief", vergleiche dazu auch Exkursionspunkt 9 und 16.
  8. Alter Karren Gipsunion: Erinnerung an die Zeit, in welcher Gips in Läufelfingen eine wichtige Rolle spielte.
  9. Niedere Mühle, Reibe und Säge : Verlauf der Hauensteinstrasse zwischen Buckten und Läufelfingen, Interpretation der Bilder von Büchel (Wege im Bachbett) Hauensteinstrasse 1908
  10. Brücke von 1810, Alte Hauensteinstrasse: Vor dem Brückenbau überquerte die alte Strasse den Bach in einer Furt, Baslerstab und die Jahrzahl 1810 beachten, die alte Strasse war ursprünglich gepflästert (Bild).
  11. Blick auf Ruine Homburg: Die Vögte waren neben anderem für den Unterhalt der im Tal verlaufenden Passstrasse verantwortlich. Informationstafel (pdf), Archäologie Baselland
  12. Gasthäuser, Zentrum: Das Dorf an der Hauensteinstrasse
  13. Verzweigung alte/neue Hauensteinstrasse, Wandel Dorfbild: Hauensteinstrasse mit Betonfabrik Kohler 1907 | 1995 | 2013 |, Bedeutung von Passstrasse und Eisenbahn für Siedlungsentwicklung
  14. Verlauf der Strassen, Pappeln am Strassenrand (Pyramidenpappel), Gipsfabrik und -steinbruch, Bodenschätze, Bahn
  15. Gipsmühle: Standort der ehemaligen Gipsmühle, historischer Bezug zum Thema Gips
  16. Karrengeleise 2: Im engen Tal wechselte der alte Hauensteinweg mehrmals das Ufer. Das kann heute im Gelände nicht mehr nachvollzogen werden, vergleiche dazu Bild 2015 mit Abb.4 in Historische Verkehrswege 12.1 1994 (pdf)
  17. Karrengeleise
  18. Bunker und Tankanlagen 2. Weltkrieg, Felswerk Pulfisei
  19. Ausbau Hauensteinpassstrasse
  20. Golfplatz und Deponie auf Passhöhe
Variante: Rümligen – Läufelfingen
  1. Eisenbahnbrücke Rümligen: Bahnviadukt mit acht gemauerten Korbbögen, 1856–58, Trassee der alten Hauensteinlinie, aufgeschütteter Wall
  2. Alte Mühle: 1644, umgebaut 1781, geschlossen 1970, zweigeschossiger Satteldachbau, heute Gewerbebetrieb, kanalisierter Homburgerbach im Ortsinneren Büchel (1752), Foto (1920–40)
  3. Gasthof «Zum Wilden Mann»: dreigeschossiger, dreiachsiger Giebeldachbau von 1743, schon bei Büchel (1752) eingezeichnet.
  4. Wirtshäuser Buckten: Pferdestation. Oberhalb Buckten beginnt die Strasse zu steigen. Bis zur Passhöhe wurden den schweren Wagen zusätzliche Pferde vorgespannt. So wurden 1823 17 326 Zugpferde mit Wagen in Buckten gezählt. Weitere 13 488 Pferde haben in jenem Jahr als Vorspann gedient. Die Fuhrleute und Reisenden brauchten Unterkunft und Verpflegung. Es soll in jener Zeit im Dorf sechs Wirtshäuser gegeben haben: Sonne, Mond, Sternen, Jäger, Has und Glas. Davon sind heute nur noch zwei Gasthäuser in Betrieb: Mond und Sonne. Für die Handwerker wie Schmied, Wagner, Sattler, Schuster und Schneider gab es damals viel zu tun. Buckten war auch Zahlstelle für den Strassenzoll. (Quelle: Gemeinde Buckten)
Hinweis: Als Vorbereitung kann die ganze Route mit Google-Street View abgefahren werden!
HPM
Interaktive Routenkarte
Swisstopo, Route ExkursionLäufelfingen, Landeskarte 1:25"000, 2006.