Exkursion Chaltbrunnental

Forstliche Monokulturen – Schlagfluren – Schluchtwälder
Die Exkursion führt uns am östlichen Rand des Laufenbeckens durch eine Waldfläche auf rund 400 m ü. M., die stark durchforstet ist. Zwischen den Fichten-Monokulturen sind immer wieder Schlagfluren anzutreffen, in denen der Wald erst in jüngster Zeit gerodet wurde. Eine völlig andere Waldvegetation erwartet uns im Naturschutzgebiet des Chaltbrunnentales, in dem sich wohl der schönste und ausgeprägteste Schluchtwald der Region befindet. Das Karstgebiet wartet mit einer geheimnisvollen Märchenlandschaft mit steilen Felswänden und diversen Kalksteinhöhlen auf.
Route
Bahnhof Zwingen – Gobe – Im feistere Bode – bei Punkt 422 nach links – nach rund 300 m steiler Weg ins Chaltbrunnental – Tal abwärts dem Ibach entlang – bei Punkt 331 über die Brücke ans rechte Ufer des Ibachs – Chessiloch – Chastelmatte – Bahnhof Grellingen
(Der Wegverlauf deckt sich praktisch mit demjenigen des Karstlehrpfades, weiss markiert)
Dauer
Ein halber Tag, Gehdistanz: 7,0 km
An- und Rückreise
Hinfahrt mit S3-Bahn nach Zwingen und zurück ab Grellingen (Fahrt Basel–Zwingen 23 Minuten)
Beat Ernst, Chaltbrunnental mit Ibach, 18.7.2012, Digitalfotografie.
Material zum Mitnehmen
Landeskarte 1:25"000, Blatt 1067 und 1087
Bilder
Ausgelichteter Wald durch Brennholzgewinnung: Chaltbrunnental 1917 | Chaltbrunnental 1910
Bei Regenwetter häufig anzutreffen: Feuersalamander
Eine besondere Pflanze auf dem Boden und an Steinen: Lebermoose
Plan von Aubry: Zwingen
Verlauf
  1. Blick aufs Dorf Zwingen: Gegenüber Blauen-Südhang mit Einfamilienhäusern, darüber rechts Reben und links Magerwiesen, darüber Wald als typische Abfolge an südexponierten Hängen.
  2. Blick auf die Birs mit ihrem säumenden Wald: Von Natur aus wäre dies ein typisches Auenwaldgebiet.
  3. Ehemalige Aue heute: Golfplatz, Wohnquartier von Zwingen, Kläranlage ARA, Gewerbegebiet. Bereits im 18. Jh. war der Auenwald verschwunden und machte Wässermatten Platz. Vergleiche dazu den Plan von Aubry. In die «Matten in den Weiden» wurden von der Birs Kanäle abgeleitet, um die Matten zu bewässern.
  4. Nadelholzforst: Unterscheide die beiden Nadelbäume Fichte (Rottanne) und Weisstanne. Weiher des Golfplatzes: Bieten sie einen Ersatz für die ehemaligen Altarme der Birs?
  5. Karsthöhlen: Im Gebiet Zwingen-Brislachallmet-Chaltbrunnental erhält man einen Einblick in die Zusammenhänge des Karstes. Die Tafeln des Karstweges erklären diese eindrücklich. Das Bättlerloch als Beispiel ist die längste Höhle der Nordwestschweiz.
  6. Schlagflur: Auf Windwurf- und Kahlschlagflächen bildet sich nach kurzer Zeit eine völlig andere Vegetation auf dem ehemaligen Waldgebiet. Doch bald steht hier wieder Wald.
  7. Fichtenforst: Solche Wälder sind oft reine forstliche Monokulturen. In ihnen herrschen völlig andere ökologische Verhältnisse.
  8. Einstieg ins Chaltbrunnental: Hier ist eine kurze Pause angesagt (vor oder kurz nach dem Abstieg). Von nun an befinden wir uns in einem Naturschutzgebiet. Bitte halten Sie sich an die Regeln. Wir wählen wenn möglich den imposanten steilen Weg ins Tal.
  9. Im Schluchtwald: Am Talgrund angelangt, befinden wir uns in einer völlig anderen Welt. Artenvielfalt der Farne, bemooste Steine und Bäume, Bergahorne und Sommerlinden, urwaldartiger Eindruck.
  10. Bei der ersten Brücke über den Ibach: Felsen bewachsen mit Hirschzungen. Der Ibach erhält durch den Wechsel von rasch fliessenden Schnellen zu ruhigen Bereichen und mit seinen grossen Felsblöcken den Charakter eines Gebirgsbaches. (Falls man den weniger steilen Umweg gegangen ist, befindet sich dieser Standort bei der zweiten Brücke).
  11. Bei der zweiten Brücke rechtsufrig bleiben: Unterhalb der Brücke befindet sich ein kleiner Wasserfall. Eindrücklich ist hier der Blockschutt mit den bemoosten Steinen zu sehen.
  12. Bei der dritten Brücke Wechsel der Seite nach links und weitergehen bis zur vierten Brücke: Hier ist der Talboden breiter geworden. Zum Bergahorn gesellt sich nun die Esche. Im Frühling ist der Boden mit Bärlauch überzogen. Der Ibach ist hier künstlich eingefasst.
  13. Chessiloch, Rastplatz mit Wappenfelsen: Birs mit Eisenbahnbrücke der Juralinie Basel–Delémont. An dieser Stelle ist die Birs gestaut und fliesst entsprechend langsam. Die Wappen stammen von Soldaten, die hier im Ersten Weltkrieg Wache hielten.
  14. Abholzung und Aufforstung: Dieses Wechselspiel wird durch die Waldbewirtschaftung verursacht.
BE
Interaktive Routenkarte
Swisstopo, Route Exkursion Chaltbrunnental, Landeskarte 1:25"000, 2012.