Glossar Wald


A
abiotische Faktoren
Physikalische und chemische Faktoren der unbelebten Natur. Es sind dies z.B. Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Wasserbeschaffenheit ( ≠ biotische Faktoren: Faktoren der lebenden Umwelt, z.B. Nahrung, Feinde, Krankheitserreger, Bestäuber).

Aesung
Vorgang der Nahrungsaufnahme insbesondere von Rehen und Hirschen (Jägersprache).

Allmend
Gemeinschaftsbesitz ausserhalb der in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Altarm
Abschnitt eines ehemaligen Flusslaufes, der natürlich oder künstlich aufgegeben wurde, d. h. vom Flusslauf abgetrennt wurde.


B
Brache
Aus wirtschaftlichen, regenerativen oder anderen Gründen unbestellte Fläche, die brach liegt.


E
Epiphyten
Pflanzen, die auf Bäumen aufsitzen und so ans Sonnenlicht gelangen. Sie beziehen weder Wasser noch Nahrung von den Bäumen, sind also keine Parasiten.

Erosion
Natürliche Abtragung von Gestein und Boden durch Wasser, Eis und Wind. Bodenerosion kann auch durch die Landbewirtschaftung durch den Menschen erfolgen.

Exposition
Lage eines Geländehanges im Bezug zur Himmelsrichtung.


F
Fruchtbecher
Verholzte Umhüllung (Cupula) mit Schuppen oder Stacheln, welche die Früchte von Buchengewächsen bedeckt, z.B. bei Bucheckern oder Eicheln.


G
Geophyten
Lebensform von Pflanzen, die ausdauernde Organe wie Knollen, Zwiebeln und Rhizome unter der Erdoberfläche besitzen und Nährstoffe darin speichern. Viele Frühblüher gehören zu dieser Gruppe: z.B. Buschwindröschen, Lerchensporn, Schneeglöckchen etc.


H
Habitat
Gesamtheit der ökologischen Umweltfaktoren (Klima, Boden, biotische Faktoren etc.) einer Lebensgemeinschaft und somit Lebensraum einer Pflanze oder eines Tieres. Ein Ersatzhabitat ist ein meist vom Menschen geschaffener Ort, der ähnliche Umweltfaktoren wie das natürliche Habitat bietet.

Habitus
Gesamtheit der von aussen sichtbaren Merkmale einer Pflanze. Sie geben einer Art ihr charakteristisches Aussehen, an der man sie erkennen kann.

Honigtau
Klebriges Ausscheidungsprodukt von Blattläusen, das aus Frucht-, Trauben- und Rohrzucker besteht.

Hybride
Hybride (= Bastarde) sind Individuen, die aus der Kreuzung von Eltern hervorgegangen sind, die verschiedenen Zuchtlinien, Rassen oder Arten angehören.


I
Immission
Einwirkung von Verunreinigungen, Schadstoffen, Lärm, Strahlen etc. auf Menschen, Tiere und Pflanzen.


K
Kataster
Register: Sammlung oder Liste von Dingen oder Sachverhalten, Eigenschaften mit Raumbezug – oft auf einer Karte eingezeichnet (z.B. belastete Standorte).

Kesselfalle
Blüten oder Blütenstände, die durch Aasgeruch Bestäuber anlocken. Da der «Landeplatz» so glatt ist, rutschen die Insekten in den Kessel ab, den sie erst nach der Bestäubung wieder verlassen können (z.B. Aronstab).


L
Lamettastruktur
Zweige zweiter Ordnung bei alten Fichten, die schlaff herunterhängen und vielfach bis auf die Endspitze entnadelt sind. Die Baumkrone erhält so ein ausgefranstes oder ausgekämmtes Aussehen.

Laubmischwald
Wälder, die aus mehreren Laubbaumarten zusammengesetzt sind.


N
Nasskern
Kernholz mit stark erhöhtem Holzfeuchtegehalt. Pathologisch wird er, wenn er sich auf das Splintholz ausdehnt. Der Kern wirkt unregelmässig und ist braun bis rotbraun gefärbt.


P
Pionierart
Pflanzen, die in neue Gebiete oder noch unbesiedeltes, mehr oder weniger vegetationsfreies Gelände vordringen.

Prallhang
Kurvenäusseres Ufer eines Flusses, im Gegensatz zum Gleithang.


S
Selektion
Natürliche Auslese: Vorgang der Evolution, bei dem durch innere und äussere Faktoren die Lebensdauer und Fortpflanzungsrate beeinflusst werden.

Staunässe
Langandauernde Nassphase des Bodens. Gefahr für die Wurzeln zu «ersticken», da der Boden durch das viele Wasser zu wenig durchlüftet ist. Manchmal wird in diesem Zusammenhang auch von Vernässung gesprochen.

Ster
Raummass für Holz, entspricht dem Rauminhalt von einem Kubikmeter geschichteter Holzmasse einschliesslich der Zwischenräume in der Schichtung (= ein Würfel von einem Meter Seitenlänge).

Symbiose
Zusammenleben verschiedener Lebewesen zum Vorteil aller Partner. Die Lebens- oder Ernährungsgemeinschaften ergänzen sich gegenseitig.


V
Vegetation
«Pflanzenkleid», Gesamtheit der Pflanzen, die sich auf einer bestimmten Fläche entwickeln.

Verbiss
Abbeissen von Knospen, Blätter und Zweige durch Wild- und Nutztiere. Im Wald kann es den Wuchs von Jungbäumen verzögern und Krüppelwuchs verursachen.


W
wechselständig
Blattstellung: Blätter stehen einzeln entlang des Stängels, so dass kein Blatt mit einem anderen auf gleicher Höhe ist (Gegenteil von gegenständig).