Exkursion Talweiher

Wasser – Lebenselixier und Lebensraum
Im Tafeljura ist Wasser ein seltenes Gut. Da die Niederschläge im durchlässigen Kalk rasch versickern, sind ergiebige Quellen mit konstanter Wasserführung Mangelware. Gewässer haben sich über Jahrtausende in die mehr oder wenig waagrecht liegenden Gesteinsschichten rückschreitend eingetieft. Von den früher zahlreichen Wassernutzungen ist nur noch die Sägemühle in Oltingen erhalten. Die Flächen auf der Talsohle wurden früher als Wässermatten genutzt. Die in den 1960er-Jahren errichteten Weiher in «Tal» wurden im Jahr 1976 unter Naturschutz gestellt und bilden heute die grösste Weiheranlage im Kanton Basel-Landschaft.
Route
Oltingen Postplatz – Sägemühle Oltingen – Gallislochquelle Oltingen – ARA Oltingen – Wasserfall der Ergolz – Schluchttal der Ergolz – Quellen und Seitenbäche – frühere Wässermatten – Naturschutzweiher Tal – Bushaltestelle Talweiher oder Rothenfluh (Variante: Rundgang im Naturschutzgebiet Tal, Anwil)
Dauer
Halbtägig, ev. ganztägig, Gehdistanz Oltingen-Talweiher: 2,7 km, Oltingen-Rothenfluh 4,1 km(Rundgang im Naturschutzgebiet ca. 4–5 km)
An- und Rückreise
Anreise: Bus Nr. 103 ab Gelterkinden bis Oltingen Postplatz (Variante: Bus Nr. 102 Gelterkinden bis Haltestelle Talweiher Anwil)
Rückreise: Bus Nr. 102 Haltestelle Talweiher Anwil oder Post Rothenfluh bis Gelterkinden
Daniel Küry, Naturschutzgebiet Talweiher zwischen Rothenfluh und Anwil, unterer Weiher. Mai 2015
Material zum Mitnehmen
Karten
Landeskarte 1:25’000 Sissach, Nr. 1068 und Aarau, Nr. 1089
Verlauf
  1. Sägemühle Oltingen: Das mit Wasser aus der Gallislochquelle betriebene Sägewerk ist seit 1825 in Betrieb. Noch heute zersägen die Sägeblätter Baumstämme in Bretter. Eine Stiftung sorgt für den regelmässigen Betrieb und die Instandhaltung der «Sagi».
  2. Gallislochquelle Oltingen: Die Gallislochquelle ist eine der ergiebigsten gefassten Quellen im oberen Baselbiet. Bereits im 7. Jahrhundert ist eine alemannische Siedlung aus dem Gebiet bekannt. Mit über 1100 Liter pro Minute ist die Schüttung dieser Quelle so hoch, dass Oltingen auch die Nachbargemeinden Anwil und Wenslingen mit Trinkwasser beliefern kann.
  3. Abwasserreinigungsanlage (ARA) Oltingen: Das Abwasser der Haushalte und Betriebe in Oltingen wird erst nach der Reinigung in die Ergolz geleitet.
  4. Wasserfall Ergolz: An der harten Kalksteinwand hat die rückwärts schreitende Erosion vorläufig halt gemacht.
  5. Quellen und kleine Seitenbäche prägen die Ergolzschlucht.
  6. Auch der Aronstab-Buchenwald mit seinem dichten Bärlauchunterwuchs gehört zum Schutzgebiet.
  7. Die Ergolz ist im engen schluchtartigen Tal gesäumt von Hochstaudenvegetation mit unter anderem Bach-Nelkenwurz und Bitterem Schaumkraut.
  8. Ehemalige Wässermatten: Auf der Flächen der heutigen Feuchtwiesen, befanden sich früher Wässermatten.
  9. Zur Förderung einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt wurden oberhalb der grossen Gewässer auch Kleinweiher angelegt.
  10. Amphibienleitsystem: Jährlich werden Tausende Amphibien auf ihrer Laichwanderung im Frühling auf den Strassen überfahren. Zum Schutz der grossen Bestände werden die Kröten und Frösche mit einem kniehohen Zaun zu einem Tunnel geleitet, in dem sie sicher vom Wald auf die andere Strassenseite gelangen.
  11. Stehende Gewässer: In den Talweihern hat sich ein grosser Amphibienbestand entwickelt. Es dominieren die Erdkröte, der Grasfrosch und die vor allem im Sommer laut quakenden Grünfrösche (Wasserfrosch). Von den Plattformen am unteren grossen Weiher lassen sich die Männchen der Libellen beobachten, die auf der Suche nach Weibchen über der Wasseroberfläche patrouillieren oder auf einer Warte im Röhricht ansitzen.
DK
Interaktive Routenkarte
Swisstopo, Route Exkursion Oltingen – Talweiher Anwil, Landeskarte 1:25"000, 2012.