Exkursion St. Albanteich

Nützliches Wasser
Wasser ist von zentraler Bedeutung für den Menschen und war früher ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Siedlungen. So entwickelten sich grössere Siedlungen und Städte immer an Gewässern. Wasser dient als Trinkwasser oder wird vom Gewerbe und der Industrie, zur Energiegewinnung und als Transportweg genutzt . Zu diesen Zwecken wurden neben der Nutzung der vorhandenen Gewässer auch Gewerbekanäle gebaut, wie bei Basel der heute noch vorhandene St. Alban-Teich. In diesem wurde Wasser aus der Birs zum Betrieb von Mühlen in das Gewerbequartier im St. Alban-Tal geleitet.
Route
Tramhaltestelle Münchenstein Zollweiden – Entenweid (Birs) – Kleinkraftwerk Neue Welt – Beginn St. Alban-Teich – Neuewelt – Grün 80 – Brüglingen – St. Jakob (Variante: Verlängerung bis St. Alban-Tal)
Dauer
Halbtägig, Münchenstein – St. Jakob: Gehdistanz 3,3 km, St. Jakob – St. Alban-Tal 3,3 km)
An- und Rückreise
Anreise: Tram Nr. 10 bis Münchenstein ZollweidenRückreise: Bus oder Tram ab St. Jakob, Variante: Tram ab Kunstmuseum
Beat Ernst, Walke bei St. Jakob und St. Albanteich, 21.7.2011, Digitalfotografie.
Material zum Mitnehmen
Karten
Landeskarte 1:25’000 Arlesheim, Nr. 1067
Verlauf
  1. Birswuhr Neue Welt:
    a) Kleinwasserkraftwerk Neuewelt der Industriellen Werke Basel (IWB), Besichtigungen können unter www.linie-e.ch gebucht werden.
    b) Ableitung des St. Albanteich. Ursprünglich zur Sicherstellung des Betriebs der Mühlen im St. Alban-Tal. Bis ins 19. Jh. war der Gewerbekanal von grosser Bedeutung für die Energieversorgung der Mühlen im Basler Gewerbequartier St. Alban. Ausserdem wurde der Kanal zur Flösserei von Bau- und Brennholz genutzt sowie zur Wässerung der Matten.
  2. Bereits kurz nach der Ableitung befand sich ein erstes Wasserrad bei der Ehem. Hammerschmiede
  3. St. Alban-See in der Grün 80: Wasser als Element in Freizeit- und Erholungsgebieten, Quellsee Brüglingen: Klärfunktion von naturnahen Stillgewässern
  4. Stauwehr St. Alban-See: Mit dem Wehr wird einerseits die Abflussmenge für den Mühleteich und den St.Alban-Teich reguliert. Er dient aber auch zum Ablassen des Wassers aus dem St. Alban-See.
  5. Mühleteich zum Betrieb der Brüglinger Mühle (Meriangärten)
  6. Mühlemuseum, Brüglinger Mühle: eine noch funktionsfähige Mühle enthält auch ein kleines Museum zur Müllerei.
  7. Uferverbauungen zum Schutz des Landes in Ufernähe vor Hochwasserschäden. Zur Uferbefestigung wurden am St. Albanteich vor allem Flechtzäune und Holzbretter verwendet. Im Bereich Brüglingen wurden am Mühleteich Holzbretter und Stämme verwendet, am St. Alban-Teich befinden sich auf der Höhe der Schafweide Flechtzäune.
  8. Brunnwerk St. Jakob: Das Wasserrad im St. Alban-Teich trieb eine Pumpe an, mit der Quellwasser in das Reservoir des angebauten Turm hochgehoben wurde. Das Brunnwerk versorgte die Gebiete St. Jakob und Brüglingen mit Wasser. Heute fördert eine (elektrische) Pumpe wieder Wasser in das Turmreservoir, von wo es zu den Meriangärten (Botanischer Garten Brüglingen) geleitet wird. Durch die Glastüre kann die Funktionsweise der historischen Pumpe beobachtet werden.
  9. Seidenfabrik De Bary: Teichbegradigung 1854 (Vergleich Baaderkarte 1836, Siegfriedkarte 1875 Schieberegler betätigen!), Nutzung Wasserkraft, Lage Fabrik auf Freifläche ausserhalb der ehemaligen Stadtmauern, Bau Arbeiterhäuser, Gärten der Arbeiter, Hochhäuser von 1965
  10. Nasenbach und Breiteweiher: Hochwasserüberlauf, 1914 eingedolt, Breiteweiher 1885 angelegt für Fischzucht und Eisproduktion, ab 1904 wieder aufgefüllt.
  11. St. Alban-Tal: Beginn der Industrialisierung in Basel. Zahlreiche Mühlen und Stampfen entlang des Kanals verarbeiteten ursprünglich vor allem Korn. Im 15. Jh. kamen Papiermühlen hinzu.
  12. Papiermuseum mit noch voll funktionsfähigem Wasserrad. Dieses setzt die Hämmer des Stampfwerks in Bewegung.
DK
Interaktive Routenkarte
Swisstopo, Route Exkursion St. Albanteich, Landeskarte 1:25"000, 2012.