Gesteine

Der Stein hat seit Urzeiten als Baustein und industrieller Rohstoff gedient. Auch in der Region Basel diente er als Werkzeug wie der Silex-Faustkeil von Pratteln und als Baustein in der Römerstadt Augst, bei Burgen, Stadttoren und -mauern sowie bei Kirchen- oder Hausbau. Als industrieller Rohstoff fand er Verwendung in der Eisengewinnung, der Zementfabrikation und in der Ziegel- und Backsteinherstellung.




Der Buntsandstein – Charakterbaustein des alten Basel

Der Buntsandstein ist vor rund 250Millionen Jahren entstanden. Der Buntsandstein ist ein Sedimentgestein und hat eine Mächtigkeit von 50 bis 500 Meter. Zur Entstehungszeit herrschte ein heisses und trockenes Wüstenklima. Die Erosionsprodukte des Grundgebirges aus dem Paläozoikum – dieses sogenannte variszische Gebirge ist vor rund 300Millionen Jahren entstanden – wurden durch die vom Wüstenklima geförderten Prozesse bis zu Sand verwittert. Die rote Farbe des Gesteins ist auf einen Anteil Eisenoxid (Rost) zurückzuführen. In der Folgezeit wurden die Sande des Buntsandsteins durch (Muschelkalk, Keuper, Juraschichten) zugedeckt und unter Druck zu einem neuen Gestein zusammengepresst. Sein Hauptbindemittel ist Quarz.
Der Mittlere Buntsandstein ist fein- bis grobkörnig und wurde schon früh hauptsächlich für den Mauerbau bei Stadtbefestigungen verwendet. Er wurde seit dem 10. Jh. am Rhein bei Warmbach und am Nettenberg bei Degerfelden abgebaut. Er ist Hauptbaustein des Basler Münsters, ferner wurde er an den Toren der Stadtbefestigung (Spalentor, St. Johannstor, St. Alban-Tor, Letzimauer) und an Barfüsser- und Martinskirche sowie zum Bau der Pfalz verwendet. Er wurde wegen seiner Grobkörnigkeit für tragende Elemente verwendet.
Der Obere Buntsandstein ist feinkörniger und deshalb gut geeignet für Bildhauerarbeiten, wie Skulpturen, Reliefdarstellungen oder Fensterrahmen. Dieser Buntsandstein wurde früher in Maienbühl bei Riehen, bei Inzlingen sowie Hauingen und Steinen im Wiesental gebrochen. In Form von Verzierungen ist der Obere Buntsandstein in allen Kirchen und historischen Bauten wie Rathaus und Stadthaus anzutreffen. Ausserdem wurde er für den Fischmarktbrunnen und bei vielen Privathäusern wie zum Beispiel Löwenzorn, Zum Schnabel oder Zum Sperber verwendet.

Die Gesteinsschicht mit Gips und Salz

In der Zeitepoche Muschelkalk drang ein Meer von Norden in unsere Gegend ein und lagerte Mergel und Kalke ab. Der Mittlere Muschelkalk (45 bis 100 Meter mächtig) ist vor allem durch seine Sulfate gekennzeichnet. Man bezeichnet die Gesteinsserie als Anhydrit. Dazu gehören die Gipsvorkommen von Zeglingen sowie die Salzlager von Schweizerhalle.
Wasserhaltiger, schwefelsaurer Kalk (Calciumsulfat) verwandelt sich unter Luftzutritt in Gips. Bei der Umwandlung quillt das Gestein wegen der Wasseraufnahme stark. Das ergab beim Bau des Hauenstein-Basistunnels und später beim Belchentunnel, beim Schänzlitunnel oder beim Adlertunnel grosse Schwierigkeiten. Der Belchentunnel muss unter anderem wegen des quellenden Gipses in den nächsten Jahren saniert werden, was grosse Verkehrsprobleme erzeugen wird.

Der Stein, der Fischeiern gleicht

Der Hauptrogenstein ist ein 100 Meter mächtiger plattiger, graublauer, meist gelblichbraun verwitternder, klüftiger Kalkstein. Er wurde in zahlreichen Steinbrüchen in Münchenstein, Arlesheim, Dornach, Muttenz-Sulzchopf, Muttenz-Chlosterköpfli oder Pratteln-Adler gebrochen und fast ausschliesslich zu Mauerwerk verarbeitet. Der Hauptrogenstein bildet auch zahlreiche Flühe (Sissacher Flue, Belchenflue, Lauchflue).
Dieser Kalk setzt sich aus Kalkkügelchen, sogenannten Ooiden, und einer kalkigen Grundmasse zusammen. Früher wurden diese Kügelchen für versteinerte Fischeier oder Fischrogen gehalten, was zur Namensgebung Rogenstein führte. Die Ooide entstanden in seichten, warmen Meeren. Schalige Kalkablagerungen um kleinste Kalktrümmer und ein Hin- und Herbewegen führten zu diesen kugeligen Ooiden. Diese wurden später durch Druck von darüberliegenden Gesteinspaketen zum kompakten Hauptrogenstein gepresst.

Rohstoffe für die Bauindustrie

Der Kies als Lockergestein wird vorwiegend zur Herstellung von Beton verwendet. Er wurde hauptsächlich in der Niederterrasse des Rheins zum Beispiel bei Muttenz, Pratteln, Grenzach Wyhlen, Bourgfelden gewonnen. Viele Kiesgruben wurden später mit Bauschutt und Chemiemüll wieder aufgefüllt.
Für den lokalen Wegebau dienten oft Griengruben oder Gehängeschutt, der sich während der Eiszeiten am Fuss von Steilwänden aus Hauptrogenstein und Malmkalk abgelagert hat. Kalk und Mergel waren Rohstoffe für die Zementfabrikation. Sie wurden im Laufental, bei Lausen und Istein gefördert.
Für die Backstein- und Ziegelfabrikation dienten der Löss, der Lösslehm und der Septarienton in Allschwil.
Während der Kreidezeit fanden in unserer Region keine Ablagerungen statt, dafür aber lang andauernde Abtragungen. In Taschen und Spalten des verkarsteten Malmes sammelten sich eingeschwemmte bunte bis helle Quarzsande (= Huppererde) sowie rotbraune eisenhaltige Tone und Bohnerze. Diese Bolustone besitzen einen hohen Schmelzpunkt und dienten der Keramik-, Klinker- und Ziegelsteinherstellung. Aus der Huppererde wurde zum Beispiel in Lausen feuerfestes Material wie Schamottstein hergestellt.
Gips aus den Anhydritschichten des Muschelkalkes und im Keuper wurde an der Überschiebungszone Kettenjura/Faltenjura zum Beispiel in Zeglingen abgebaut.

Eisenerz

Seit dem frühen Mittelalter gab es im Tafel- und Faltenjura sowie im Markgräfler Hügelland zahlreiche Eisen-Abbaustellen. An den Abbau erinnern nur noch eingestürzte Stollen, Abraumhalden, Schlacken sowie Flurnamen. Meist wurde Bohnerz gefördert, welches immer nur lokal für die Eisenherstellung diente. Das Bohnerz stammt aus dem Eozän vor rund 50 Millionen Jahren und ist in Taschen und Schloten zusammen mit roten Bolus-Tonen abgelagert. Es besitzt einen Eisengehalt bis zu 45 %. Daneben ist der Eisenrogenstein aus dem Dogger erwähnenswert, der in Herznach im Fricktal abgebaut wurde.
Flurnamen wie Erzloch oder Erzlöcher sind in Arboldswil (619.9 / 251.5), Gelterkinden (632.96 / 256.76) und Langenbruck (im Gebiet Bachtelen) nachgewiesen. Offenbar war an diesen Stellen nach Bohnerz geschürft worden. Den Flurnamen Erzmatt(en) gab oder gibt es in Bubendorf, Buus (631.1 / 261.7) und Wenslingen (636.2 / 255.2), Erzweid in Diegten (629.04 / 251.17). Schlackenspuren und Überreste von Holzkohle dokumentieren, dass dort Eisenerz verhüttet worden ist.
HPM

Karten

Verwandte Themen

Weiterführende Links

Literatur

  • Bitterli-Brunner Peter: Geologischer Führer der Region Basel, Birkhäuser, Basel 1987.
  • Suter Paul: Beiträge zur Landschaftskunde des Ergolzgebietes, Mitteilungen der Geographisch-Ethnologischen Gesellschaft Basel Band I, Jahrgang 1924/25, 1926, S. 45 ff.