Agglomeration

Basel und sein Umland - auch über die Landesgrenzen hinaus - wuchs in den letzten 50 Jahren zu einem einheitlichen Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet zusammen. Es entstand die Agglomeration Basel. In diesem Gebiet, das sich vor allem entlang den Verkehrsachsen ausbreitet, wird immer mehr grenzübergreifend zusammengearbeitet und geplant.




Was versteckt sich hinter dem Begriff «Agglomeration Basel»

In den letzten rund 50 Jahren ist Basel mit den umliegenden Gemeinden, auch über die Landesgrenzen hinaus, zu einem einzigen Raum zusammengewachsen. In der Schweiz leben rund 75 % der Bevölkerung in Städten und Agglomerationen. Von ihnen gehen wichtige wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und politische Impulse aus. Der Urbanisierungsprozess, d.h. die Ausbreitung städtischer Lebensformen und die Verstädterung schreitet laufend voran.
Seit den 1980er-Jahren ist die Agglomeration Basel mit Problemen der Siedlungsausbreitung und der Zersiedelung - auch grenzüberschreitend - konfrontiert. Diese haben starke Auswirkungen auf Verkehr, Umwelt, Landschaft und gesellschaftliches Leben. Die Trennung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit führte zu einer ständigen Zunahme der Pendlerströme. So entstand eine wachsende Zahl von Arbeitsplätzen in Freizeitzentren wie Aqua Basilea in Pratteln, aber auch in Einkaufszentren wie Grüssen in Pratteln.
In der Schweiz wird der Begriff Agglomeration aus statistischer Sicht definiert: «Die Agglomeration ist ein baulich zusammenhängendes Gebiet mit min. 20 000 Einwohnern. Weitere wichtige Faktoren sind u.a. wirtschaftliche Verflechtung, Wirtschaftsstruktur, Arbeitsplatzdichte, Verflechtung der Pendlerinnen und Pendler mit der Kernstadt sowie Bevölkerungwachstum».

Die ehemalige trinationale Agglomeration Basel - TAB

Seit der Jahrtausendwende wurde versucht, eine gemeinsame Sicht der zukünftigen Gestaltung der trinationalen Agglomeration im Bereich der Raumplanung zu entwerfen.Deshalb wurde in der Agglomeration Basel in unterschiedlichen Räumen grenzüberschreitend zusammengearbeitet und geplant.
Eine solche Planungsregion war die «trinationale Agglomeration Basel» (TAB). Diese TAB umfasste gemäss Bundesamt für Statistik 127 Gemeinden. Der französische Teil der Agglomeration Basel bestand aus 35 Gemeinden mit einer realen Fläche von 20% und 9% der Einwohner, während das deutsche Gebiet mit 18 Gemeinden und 40% der realen Gesamtfläche sowie 25% der Einwohner des Raumes ausmachte. Der schweizerische Teil mit 74 Gemeinden, einem Flächenanteil von 42% und einem Einwohneranteil von 65% war am grössten. Das gesamte Einzugsgebiet umfasst heute beinahe 800 000 Einwohner. Gemäss Prognosen wird die Einwohnerzahl der Agglomeration Basel weiter ansteigen.
Die zahlreichen kommunalen, kantonalen und nationalen Grenzen unterteilen den Raum. Dieser wird hier aber als zusammenhängende Einheit einer integrierten Stadtregion ohne Grenzen behandelt.Anfang 2007 wurde der Verein Trinationale Agglomeration Basel (TAB) in den Verein Trinationaler Eurodistrict Basel (TEB) überführt.

Der Trinationaler Eurodistrict Basel - TEB

Der Trinationale Eurodistrict Basel (TEB) ist heute die Plattform grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der trinationale Agglomeration Basel. Die französischen, schweizerischen und deutschen Gebietskörperschaften erkannten früh, dass die dauerhafte Attraktivität der trinationalen Stadtregion eine enge Zusammenarbeit der drei Länder voraussetzt.
Am 26. Januar 2007 schlossen sich die Gebietskörperschaften im Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB) zusammen, um über die Grenzen hinweg effizient zusammen zu arbeiten und anhand von konkreten Projekten wichtige grenzüberschreitende Fragen zu lösen.
Der TEB ist gebietsmässig grösser als die TAB und umfasst mehr Verwaltungseinheiten.Die TEB unterstützt z.B. im Bereich Verkehr Massnahme wie eines Schienenanschlusses am Euroairport, die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke sowie die grenzüberschreitenden Tramverlängerungen.

Eine Zukunft zu Dritt

Die Stadt Basel sowie die Städte und Gemeinden des trinationalen urbanen Verdichtungsraums haben eine metropolitane Dimension, eine metropolitane Ausstrahlung und eine Verflechtung über die Stadtregion hinaus. Dieser metropolitane Einflussbereich entspricht dem politischen und wirtschaftlichen Einflussbereich des Kantons Basel-Stadt, der jedoch schwierig zu fassen ist. Mit Gewissheit kann allerdings die Scharnierfunktion Basels und seiner trinationalen Agglomeration zwischen dem Metropolitanraum Zürich, der Metropolregion Oberrhein, dem Réseau Metropolitain Rhin-Rhône festgestellt werden.
Die Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO), gegründet 2010, umfasst das deutsch-französisch-schweizerische Grenzgebiet und setzt sich aus den vier Teilgebieten Elsass, Nordwestschweiz, Südpfalz und Baden zusammen. Diese Region zählte im Jahr 2008 rund 6 Millionen Einwohner bei einer Gesamtfläche von 21 500 km².
In ihrer Gründungserklärung hält sie fest: «Die Trinationale Metropolregion Oberrhein hat sich zum Ziel gesetzt, die Ressourcen des Oberrheins als Wirtschaftsraum nachhaltig weiterzuentwickeln, für raumrelevante Vorhaben eine gemeinsame Raumordnungspolitik zu entwickeln, die Region als attraktiven Lebensraum auszugestalten und im nationalen und internationalen Wettbewerb optimal zu positionieren.»
HPM

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Trinationale Agglomeration Basel - Perimeter und beteiligte Gemeinden sowie Bevölkerungsdichte 2009
Quelle: Agglomerationsprogramm Basel, 2. Generation, Teil 3 - Kartenband, 2012