Hangwasser – Drainagen

In schweren lehmigen Böden fliesst das Wasser nur langsam ab. Es kann dabei vorübergehend zur Aufstauung von Wasser kommen. Während früher im Interesse einer rationellen Landwirtschaft die meisten Nasslebensräume drainiert wurden, versucht man heute, sie als ökologische Bereicherung der Landschaft wieder zu fördern.




Grundwasser in Hanglagen

In lehmigem Untergrund mit nur geringer Durchlässigkeit wird der Boden bei lange anhaltenden Niederschlägen gesättigt; oft bildet sich ein Wasserspiegel (Stauwasser). Im Vergleich zum Grundwasser, das in porösem Untergrund zügig abfliesst, bewegt sich das Hangwasser nur sehr langsam talwärts. Auf Flächen, die von Staunässe geprägt sind, entwickeln sich im Offenland Feucht- und Nasswiesen oder Flachmoore und in Wäldern zum Beispiel eschenreiche Bestände mit typischem Unterwuchs aus Riesen-Schachtelhalm.

Ertraglose Flächen und Risiko für Bauwerke

Flächen mit Staunässe können in der Landwirtschaft höchstens als traditionelle Streuwiesen genutzt werden. Enthält das Wasser viele Nährstoffe, kommen rasch Hochstauden auf, die wirtschaftlich nicht interessant sind.
Hangwasser bereitet auch in Siedlungen Probleme. Bauwerke wie Einfamilienhäuser erleiden Schäden, wenn sie über lange Zeit im Wasserrückstau stehen. Es müssen deshalb Schutzmassnahmen, wie Drainagen, im Bereich der Fundamente gelegt werden. Mit diesen wird das Wasser aus der unmittelbaren Umgebung der Mauern abgeleitet.

Verschwinden der Kleinlebensräume

Im Interesse einer einheitlichen und rationellen Bewirtschaftung der Landwirtschaftsflächen wurden auch im Offenland die meisten solcher Nassstandorte drainiert. Im Rahmen von grossen Meliorationen wurden seit den 1930er-Jahren Kilometer von Rohren verlegt und dadurch die Tier- und Pflanzenwelt dieser Nassstandorte stark beeinträchtigt.
Erst als die 1993 eingeführten ökologischen Ausgleichsflächen für alle Landwirte zur Pflicht geworden waren, wurde dieser Trend gebremst. Alte Drainagerohre werden zudem nach 40 bis 50 Jahren brüchig, und es stellt sich die Frage nach einem Ersatz. Regionale und lokale Naturschutzorganisationen versuchen, geeignete Flächen zur Förderung kleinflächiger Nasswiesen zu sichern.

Abhilfe bei Rutschungen

Je nach Aufbau des Untergrunds kann es an Hängen zu Rutschungen kommen, wenn der Boden mit Wasser gesättigt ist. Das Risiko solcher Hangrutschungen wird im Kanton Basel-Landschaft, neben anderen Faktoren, bei der Ermittlung von Naturgefahren beurteilt und auf Karten dargestellt. Um ein Abrutschen des Geländes zu verhindern, werden ebenfalls Drainagen verlegt. Auf diese Weise können gefährdete Siedlungsteile oder Anlagen vorbeugend geschützt werden.
DK

Karten

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Weiterführende Links

Literatur

  • Parriaux Aurèle et al.: Rutschungen: Hydrogeologie und Sanierungsmethoden durch Drainage. Leitfaden. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Wissen Nr. 1023: 2010.
  • Seitz Nicole J.: Drainagen in der Schweiz. Zeitlicher Verlauf aktuelle Daten und Einfluss auf die Landschaftsentwicklung. Masterarbeit WSL, Zürich 2013. (pdf)